Das Treppenhaus im Mehrparteienhaus: Was ist erlaubt, was nicht?

Montag, 27.11.2017

Bevor jeder hinter seiner Wohnungs- oder aus der Haustür verschwindet, geht es durchs Treppenhaus. Es wird von allen gemeinsam genutzt, was Konfliktpotential birgt – von den hier deponierten Schuhen bis zu üblen Gerüchen. Was ist im Treppenhaus erlaubt?

Das Treppenhaus brauchen alle Bewohner, um in die eigene Wohnung und wieder hinaus zu kommen. Schon aus Sicherheitsgründen muss das zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich sein. Alles was über diese Wege-Nutzung hinausgeht, darf andere nicht stören.

Stets freier Zugang

Das Treppenhaus dient als Zugangs- und Rettungsweg. Der Vermieter haftet dafür, dass es ungehindert passiert werden kann (Verkehrssicherungspflicht). Als Mindestmaß für den freien Durchgang gilt ein „Flur“ von einem Meter Breite.

Parken nur temporär erlaubt

Das Treppenhaus darf nicht zum Lagerplatz verkommt, soll aber zugleich den praktischen Erfordernissen des Alltags dienen. Es gelten folgende Regelungen:  

  • Kinderwagen dürfen kurzzeitig abgestellt werden, aber nicht behindern. In der Nacht und an Tagen, an denen sie nicht genutzt werden, gehören sie in die Wohnung. Das gilt auch für Rollstühle.
  • Stellt der Vermieter einen Abstellraum für Fahrräder zur Verfügung, kann er das Abstellen im Treppenhaus ebenso verbieten wie die Mitnahme in die Wohnung. Sonst gilt auch hier: Das Rad darf nie im Weg stehen.
  • Schuhe gehören in die Wohnung. Bei Schmuddelwetter dürfen sie auf dem Abtreter „abtropfen“. Ein generelles Verbot für Schuhe im Flur darf nicht in der Hausordnung verankert werden.
  • Das eigene Schuhschränkchen hat im Treppenhaus nichts zu suchen. Ausnahme gemäß Gerichtsentscheid: Hat der Schrank hier seit Jahren seinen Stammplatz, muss er geduldet werden. (Az.: 222 C 426/00)
  • Mieter dürfen Topfpflanzen oder Wandbilder nicht im Treppenhaus platzieren, wenn es andere stört. Ausnahme hier: Temporärer Festschmuck, der nach Ostern oder Weihnachten auch wieder verschwindet.

Rauchen untersagt

Wer rauchen will, kann das in seinen eigenen vier Wänden oder draußen, aber nicht im Treppenhaus. Das gilt immer dann, wenn sich ein anderer Bewohner belästigt fühlt oder das Verbot in der Hausordnung steht. Andere Gerüche, zum Beispiel aus fremden Landesküchen, müssen dagegen toleriert werden.

Treppenhaus mit Pflanze

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