Das sind die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten

Freitag, 23.03.2018

Flexibilität bei der Arbeit ist ein Gebot der Wettbewerbsfähigkeit. Das gilt für Ort und Zeit. Allerdings hat gerade die Arbeitsdauer zum Schutz der Arbeitnehmer ihre Grenzen. Das Arbeitszeitgesetz regelt, wer wie lange arbeiten darf und welche Pausenzeiten gelten. Verantwortlich für die Einhaltung sind die Arbeitgeber.

Im Grundsatz gilt: Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten, im Ausnahmefall sind bis zu zehn Stunden möglich. Wird von dieser Ausnahme Gebrauch gemacht, muss binnen 24 Wochen (oder sechs Monaten) für einen Ausgleich gesorgt werden. Am Ende dürfen im Durchschnitt nicht mehr als acht Stunden auf der Abrechnung stehen. Berechnungsgrundlage sind die Werktage, zu denen auch der Samstag zählt.

Wie werden die Arbeitszeiten geregelt?

Im Sinne der Vertragsfreiheit ist es Arbeitgebern und Arbeitnehmern erlaubt, die Arbeitszeit frei zu vereinbaren. Gegen gültige Gesetze darf dabei aber nicht verstoßen werden. Das wären zum einen das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und zum anderen das Mindestlohngesetz (MiLoG). Dies bedeutet: Eine Erhöhung der Arbeitszeit im Rahmen des Erlaubten muss gerade im Niedriglohnsektor auch zu einem Lohn-Plus führen.  

Einige Sonderregelungen sorgen dafür, dass trotz des ArbZG-Korsetts im Bedarfsfall die Räder nicht stillstehen. So können zum Beispiel Überstunden aus wichtigem Grund angeordnet werden. Bei Bereitschaftsdiensten ist, sofern die Gewerkschaften dem im Tarifvertrag zustimmen, die Acht-Stunden-Regelung ebenfalls außer Kraft gesetzt, was zum Beispiel Ärzte zu spüren bekommen.

Pausen und Ruhezeiten sind Pflicht

Nicht nur die Dauer der Arbeit ist reglementiert, auch deren Stückelung. Zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens elf Stunden Pause liegen, ohne Unterbrechung. Das gilt mit Einschränkungen (Rufbereitschaft mit geringer Inanspruchnahme) auch für den Bereitschaftsdienst.

Aufgrund der geltenden Pausenregelungen darf nie länger als sechs Stunden am Stück gearbeitet werden. Eine Pause von mindestens 30 Minuten ist danach gesetzliche Pflicht. Sind es mehr als neun Stunden, wächst die Pausenzeit auf mindestens 45 Minuten. Eine Aufteilung der Pausen ist erlaubt, jede Unterbrechung muss aber mindestens 15 Minuten dauern.

Für Jugendliche und in bestimmten Berufen (zum Beispiel im Bergbau) gelten Sonderregeln.

Frau müde hinter ihrem Rechner

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