Das müssen Eltern beachten, wenn das Kind krank ist

Dienstag, 13.03.2018

Die Termine drängen, doch das Kind ist krank. Vielen Arbeitnehmern ist dieses Szenario wohl bekannt. Es führt kein Weg daran vorbei, die Kollegen im Stich zu lassen und daheim die Pflege zu übernehmen. Aber ist diese Notwendigkeit auch vom Arbeitsrecht gedeckt?

Selbst wenn man nicht selbst unter einer Erkrankung leidet, stellt die Krankheit des Kindes doch einen persönlichen Hinderungsgrund dar, auf der Arbeit zu erscheinen. Für eine begrenzte Dauer ist die bezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber daher verpflichtend – zumindest wenn einige Voraussetzungen gegeben sind.

Hinweis: Der Arbeitgeber bezahlt, so im Arbeitsvertrag nicht ausgeschlossen,  in den ersten fünf Tagen der Freistellung einen „Sonderurlaub“ gemäß BGB, also vollen Lohn. Danach springt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse mit dem Kinderkrankentagegeld ein. Diese beträgt 70 Prozent vom Brutto, solange 90 Prozent vom Netto nicht überschritten werden. Privatversicherte ohne Zusatzversicherung gehen nach den fünf Tagen leer aus.    

In diesen Fällen können Arbeitnehmer zuhause das Kind betreuen

Die Notwendigkeit der Betreuung hängt zunächst am Alter des erkrankten Kindes. Ist dieses jünger als 12 Jahre alt, kann es nicht alleine zu Hause bleiben und der Arbeitnehmer hat gemäß Sozialgesetzbuch ein Recht auf bezahlte Freistellung. Ist im höheren Kindesalter eine Betreuung notwendig, bleibt nur der Urlaubsantrag – der jedoch vom Arbeitgeber genehmigt werden muss.   

Die Erkrankung des Kindes muss stets von einem zugelassenen Arzt attestiert werden, und zwar bereits am ersten Tag. Während bei einer eigenen Erkrankung drei Tage bis zu einem Attest verstreichen dürfen, könnte dies im Falle des Kindes für den betreuenden Elternteil, der nicht zur Arbeit erscheint, zu einer Abmahnung führen.

Eine weitere Voraussetzung für die Freistellung ist, dass die Betreuung des Kindes nicht von einem nahen Verwandten übernommen werden kann. So könnte die Freistellung verweigert werden, wenn die Großeltern als fitte Rentner mit im selben Haushalt leben.

Was passiert, wenn das Kind öfter mal krank wird?

Um auch den Interessen des Arbeitgebers zu genügen, gelten hier jährliche Obergrenzen für die Freistellung aufgrund der Erkrankung des Kindes. Bei gesetzlich Krankenversicherten liegt diese bei zehn Tagen pro Jahr. Alleinerziehende können 20 Tage beanspruchen. Bei zwei Kindern können diese Zahlen einfach verdoppelt werden. Gibt es mehr Kinder im Haushalt, gilt eine Gesamt-Obergrenze von 25 Tagen für jeden Elternteil und 50 Tage für Alleinerziehende. Eine lebensbedrohliche Erkrankung löst diese Obergrenze auf. 

Mutter ruft an, dass das Kind krank ist

Weitere Artikel

Kommentare