Das Hotel hält nicht, was es verspricht – Das ist zu tun

Freitag, 23.02.2018

Viele Reisende sind durchaus gewillt, die gebuchte Unterkunft mit Toleranz zu sehen. Getreu dem Motto: „Das Bad braucht Erneuerung, aber der Blick ist einfach toll.“ Fehlen aber wichtige Katalog-Versprechen, geht es um Betrug. Eine Beschwerde ist sinnvoll. Wie stellt man das an?

Der Pool hat kein Wasser, die Lobby wird umgebaut und die Matratze stammt noch aus den 1950er Jahren. Das ist ärgerlich, denn es verdirbt den Urlaubsspaß. Es muss auch nicht hingenommen werden. Mit etwas Glück ist Abhilfe möglich, sonst gibt es zum Trost einen Teil des Reisepreises zurück.

Richtig beschweren

Kann das Hotel selbst für Besserung sorgen, zum Beispiel mit der Vergabe eines anderen Zimmers, ist der Weg zur Rezeption der richtige. Ist man um das Wohl der Gäste bedacht, wird der Manager einen Weg aus dem Dilemma finden. Nützt die Beschwerde nichts – sei es aus Unwillen oder einem Mangel an Optionen – sollten Sie sich umgehend an den Reiseveranstalter wenden. Noch bevor (später) über einen finanziellen Ausgleich gesprochen werden kann, muss dieser die Möglichkeit zur Nachbesserung erhalten. Wohlwissend, dass Ärger droht, springt dabei manchmal sogar ein kostenloses „Upgrade“ in die Nobelherberge am anderen Ende des Strandes heraus.

Was lohnt die Beschwerde?

Wummernde Diskomusik, nachtaktive Nachbarn hinter dünnen Wänden oder auch ein Kran, der den freien Blick zum Meer behindert – all das taugt trotz Ärgernis nicht unbedingt als Grund für eine Reisepreisminderung. Die Mängel sind den örtlichen Gegebenheiten geschuldet, die der Veranstalter weder ändern kann noch zu verantworten hat.

Gibt es dagegen für mehrere Tage kein fließendes Wasser oder weigert man sich hartnäckig, Ihnen saubere Bettwäsche zur Verfügung zu stellen, ist die Grenze des Zumutbaren überschritten. Noch deutlicher wird es, wenn Angaben im Reisekatalog nicht stimmen. Zum Beispiel, wenn statt der direkten Strandlage ein überfüllter Shuttle-Bus wartet oder das Zimmer eben nur 12 statt der gebuchten 32 Quadratmeter besitzt. In diesen Fällen sollten Sie die Missstände zusätzlich zur Beschwerdeführung dokumentieren – und dürfen mit einer Rückzahlung rechnen.

Was wird erstattet?

Einheitliche Regelungen zur Erstattung gibt es nicht und nicht selten muss das Recht erst vor Gericht erstritten werden. Der Vorteil: Es können zahllose Gerichtsentscheide als Präzedenzfall herangezogen werden. So veröffentlicht zum Beispiel der ADAC eine lange Liste an konkreten Urteilen, in denen der Mangel nebst Höhe der verfügten Minderung genannt wird. Hier einige Beispiele:

  • Keine Heizung im Winter: 60%
  • Bungalow mit zwei Zimmern statt zwei Bungalows: 40%
  • Zimmer-Überschwemmung nach Regenfällen: 30%
  • Durchgelegene Matratzen: 25%
  • Zimmer kleiner als gebucht: 15 bis 20 Prozent
  • Schimmel im Badezimmer: 5%
  • Defekter Kühlschrank: 5%  
Motel in schlechtem Zustand

Weitere Artikel

Kommentare