Das ändert sich zum Jahreswechsel

Montag, 01.01.2018

Mit dem Jahreswechsel 2017/18 tritt eine Reihe an Gesetzesänderungen in Kraft. Erfreulich sind gleich mehrere Verbesserungen im Bereich Löhne, Steuern und Finanzen, von denen fast jeder profitieren dürfte.

Hier sind die wichtigsten Gesetzesänderungen im Überblick, die ab Januar gelten:

Steuererklärung & Steuern

Der Fiskus gewährt allen, die zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, ab dem Veranlagungsjahr 2018 mehr Zeit. Im Folgejahr verschiebt sich der Abgabetermin dann von Ende Mai auf Ende Juli.

Bereits mit der Steuerklärung 2018 wird das Prozedere erleichtert: Das Einreichen von Belegen entfällt. Die entsprechenden Nachweise müssen allerdings aufbewahrt werden. Das Finanzamt kann die Vorlage noch bis zu einem Jahr nach der Bekanntgabe des Bescheids verlangen.

Zum Plus an Zeit und dem einfacheren Handling kommt als wichtigster Punkt noch eine reale Steuerersparnis hinzu: Der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer erhöht sich von 8.820 auf 9.000 Euro für Ledige und 18.000 Euro für Paare. Familien profitieren doppelt, denn auch der Kinderfreibetrag wird um 72 Euro (auf dann 7.428 Euro) angehoben.

Speziell für Familien: Das monatliche Kindergeld wird um zwei Euro erhöht, steigt damit also auf je 194 Euro für das erste und zweite Kind, 200 Euro beim dritten und 225 Euro bei jedem weiteren. Veränderungen gibt es auch bei der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“. Je nach Einkommensklasse müssen für Trennungskinder ein paar Euro mehr an Unterhalt gezahlt werden.

Hinweis: Die rückwirkende Frist für Anträge auf Kindergeld wird ab 2018 auf sechs Monate verkürzt.  

Staatliche Zuschüsse

Riester-Sparer erhalten ab Januar eine höhere Zulage. Sie steigt von 154 auf 175 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist, dass mindestens vier Prozent der eigenen Einkünfte im Riester-Vertrag gespart werden. Die Obergrenze liegt bei 2.100 Euro im Jahr.

Änderungen in Sachen Riester gibt es auch bei den Auszahlungsmodalitäten. Wurden Kleinbetragsrenten bisher auf Wunsch des Anbieters im ersten Jahr der Rentenauszahlung als Einmalbetrag ausgeschüttet und mussten voll versteuert werden, soll nun eine ermäßigte Besteuerung greifen. Neue Riester-Produkte müssen ein Wahlrecht des Sparers enthalten, ob die Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase oder im Folgejahr erfolgt. Auch das kann Steuern sparen.  

Löhne

Pflegekräfte mit Mindestlohn erhalten ab 2018 mehr Geld. Ihr Lohn steigt auf 10,05 Euro in den neuen Bundesländern (von 9,50 Euro) und auf 10,55 Euro (von 10,20 Euro) in den alten Bundesländern sowie in Berlin. Gleichen Mindestlohn für alle gibt es künftig im Elektrohandwerk: 10,95 Euro sind Pflicht.

Interessant für Unternehmer könnte sein, dass sich ab 2018 die Möglichkeit zur Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter verbessert: Möglich sind Sofortabschreibungen dann bis 800 Euro. Bisher lag die Höchstgrenze bei 410 Euro.

Ab dem 6. Januar greift zudem der neue Auskunftsanspruch zu den Lohnzahlungen für gleichartige Tätigkeiten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, auf Nachfrage die entsprechende Auskunft zu erteilen. Ziel ist es, das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern zu verringern. Die Regelung greift zunächst allerdings nur in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten.  

Krankenversicherungen

Die Beiträge von Selbständigen (unter Beitragsbemessungsgrenze), die freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, werden künftig nach ihrem tatsächlichen Einkommen berechnet. Die zunächst zu zahlenden Beiträge sind daher nur vorläufig, die tatsächliche Höhe ergibt sich erst aus dem Einkommenssteuerbescheid. Damit sind sowohl Erstattungen als auch Nachzahlungen möglich.     

Hinweis: Der durchschnittliche GKV-Satz für Zusatzbeiträge sinkt 2018 um 0,1 auf ein Prozent vom Bruttolohn. Auch der Beitrag zur Rentenversicherung sinkt ab Januar um 0,1 Prozent.

Finanzgeschäfte

Ab dem 13. Januar sinkt das Haftungsrisiko bei einem Missbrauch von Geldkarten (Kreditkarten, Bankkarten) für den Kunden von 150 auf 50 Euro. Das gilt allerdings nicht bei grober Fahrlässigkeit. Hier ist die Haftung unbeschränkt. 

Die gängige Praxis von Autovermietungen oder Hotels, einen bestimmten Betrag auf der Kreditkarte des Kunden zu blocken, wird ab 2018 zustimmungspflichtig. Der Kunde muss den Vorgang also autorisieren, bevor die Bank die Rücklage blocken kann.

Hinweis für Investmentfonds: Ab Januar 2018 werden 15 Prozent Körperschaftssteuer fällig.

Autofahrer

Die Regelungen für neue Winterreifen werden strenger. Das M+S-Symbol verliert seine Gültigkeit, das sogenannte Alpine-Symbol (Schneeflocke) gilt. Bestandsreifen sind bis Oktober 2024 geschützt.  

Mann mit Geldscheinen

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