Darf die Firma die Urlaubstage bestimmen?

Mittwoch, 21.03.2018

Arbeitgeber sind verpflichtet, bei der Urlaubsplanung die Wünsche ihrer Mitarbeiter zu berücksichtigen. So steht es im Bundesurlaubsgesetz. Es gibt allerdings gleich mehrere Wege, diese Pflicht zu umgehen. Kann der Arbeitgeber den Urlaub also doch vorschreiben?

Die wichtigste Ausnahme von der Regel sind dringende betriebliche Erfordernisse. Zwingt die Arbeitssituation alle Arbeitnehmer zum Anpacken, kann der Urlaubsantrag abgelehnt oder im Ausnahmefall sogar nach der Genehmigung wieder gestrichen werden. Das wäre zum Beispiel bei einem überraschenden Großauftrag der Fall oder bei einer Häufung von Krankheitsfällen in der Abteilung. Im Streitfall werden „dringende betriebliche Erfordernisse“ jedoch genau geprüft. Der Betriebsrat hat ein Mitspracherecht.

Fremdbestimmte Urlaubsplanung

Ein weiterer Grund, warum es mit dem geplanten Urlaubstermin nicht unbedingt klappen muss, sind die geschätzten Kollegen. Diese wollen schließlich auch in die Ferien fahren und haben für die Sommerzeit eventuell sogar die besseren Argumente: schulpflichtige Kinder mit festen Ferienzeiten.

Es zählt sogar zu den Pflichten des Chefs, die Urlaubswünsche abzustimmen und mit Blick auf soziale Kriterien eine Entscheidung zu treffen. Das kann Sie den Urlaub kosten. Geschieht dies Jahr für Jahr, sollten Sie aber deutlich darauf hinweisen, denn auch dieser Faktor zählt.

Urlaub zum Arbeitgeber-Termin    

Der radikalste Eingriff in die persönliche Urlaubsplanung erfolgt ganz legal über die Betriebsferien. Bis zu drei Fünftel aller Urlaubstage dürfen gemäß Rechtsprechung so vom Arbeitgeber verplant werden. Bestehen gute Gründe für die Einführung von Betriebsferien, gibt es nur eine Auflage, die der Arbeitgeber beachten muss: die rechtzeitige Bekanntgabe der Termine zu Jahresbeginn.

Betriebsferien sind in Unternehmen mit Saisongeschäft oder bei Zulieferfirmen gestattet, aber zum Beispiel auch in Arztpraxen üblich. Schließlich macht es wenig Sinn das Sekretariat zu besetzen, wenn der niedergelassene Arzt für längere Zeit abwesend ist.  

Rechte als Arbeitnehmer

Trotz der genannten Einschränkungen: Die Urlaubswünsche haben gesetzlichen Vorrang und manche Regeln Bestand. So müssen, egal zu welcher Zeit, mindestens zwei Wochen Urlaub am Stück gewährt werden, um den erwünschten Erholungseffekt nicht zu gefährden.

Frau wurde Urlaub gestrichen

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