Checkliste beim Hausbau: 7 Rechtstipps

Montag, 16.10.2017

Ein Hausbau lässt sich in mehrere Phasen gliedern, die zum Teil aufeinander aufbauen, zum Teil parallel erfolgen. Jede diese (Bau-)Phasen beinhaltet auch rechtliche Fragestellungen und Fallstricke. Im Grundsatz gilt: Das Rechts-Fundament sollte am Anfang gelegt werden. Diese kurze Checkliste für den Hausbau kann dabei helfen.

Neben der Einhaltung der geltenden Vorschriften, zum Beispiel zur Sicherung der Baustelle, geht es um Fragen der Absicherung. Was geschieht, wenn Dritte aufgrund der Arbeiten zu Schaden kommen oder sich zum Beispiel durch den Baulärm belästigt fühlen?

Tipp 1: Ausreichend versichern, noch vor Baubeginn

Bauvorhaben sind komplex, der Abschluss von Versicherungen zwingend. Die wichtigsten davon: Bauherrenhaftpflichtversicherung, Wohngebäudeversicherung inklusive Feuer-Rohbau-Versicherung, Bauleistungsversicherung und eine Unfallversicherung für Bauhelfer. Solange das Grundstück nicht bebaut ist, sollte eine spezielle Haftpflichtversicherung greifen. Die Feuer-Rohbau-Versicherung, die auch separat abgeschlossen werden kann, zählt häufig zu den Bedingungen für eine Finanzierungszusage.        

Tipp 2: Expertenrat einholen

Selbst wenn Sie viel Zeit in das „Lebensprojekt Eigenheim“ investieren: Sie bekommen es schon zu Beginn mit vielen Fragen zu tun, die den Laien überfordern. Sind Ihre Wünsche im Rahmen des örtlichen Bebauungsplans umsetzbar? Was besagt das Bodengutachten? Enthält die Baugenehmigung eventuell Auflagen, die zu erfüllen sind? Ideal ist es, diese Fragen bereits vor dem Grundstückserwerb zu klären, in jedem Fall aber vor dem Bau. Ein Architekt oder Generalunternehmer (so beauftragt) kann dabei helfen und zugleich die größten rechtlichen Risiken aus dem Weg räumen. 

Tipp 3: Bauträger checken

Ist der Bauträger unseriös oder nicht ausreichend befähigt, stecken Sie als Bauherr ganz schnell in ernsten Schwierigkeiten. Prüfen Sie daher alle Angaben doppelt gründlich. Ermitteln Sie Referenzprojekte und reden Sie mit Kunden, die ihre Erfahrungen mit dem Träger bereits gemacht haben. Auch die Gelder (oft unter 500 Euro) für eine Prüfung der Verträge durch einen Rechtsanwalt sind gut investiert.    

Tipp 4: Baustelle sichern

Selbst wenn Sie alle Aufgaben delegieren, mit der rechtlichen Verantwortung klappt das nicht. Letztlich sind Sie als Bauherr für die Verkehrssicherheit der Baustelle verantwortlich. Passanten müssen also ausreichend gewarnt und Arbeiter im Sinne des Arbeitsschutzes abgesichert werden. Im schlimmsten Fall nützt Ihnen sonst nämlich auch Ihre Haftpflichtversicherung nichts: Im Strafrecht ist keine Versicherung möglich.      

Tipp 5: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Bauausführung sollte nicht nur ständig kontrolliert, sondern auch rechtssicher dokumentiert werden. Führen Sie ein Bautagebuch mit Fotonachweisen oder – noch besser aber auch teurer – beauftragen Sie einen externen Spezialisten (Architekten) damit. Selbst wenn es ohne größere Beanstandungen läuft, können Sie sich ziemlich sicher sein, dass dies auch ein Erfolg der professionellen Abnahme-Prozesse war.

Tipp 6: Verzögerungen beim Bau

Viele Bauherren müssen hier über ihren Schatten springen, denn die Verzögerungen werden meist gut begründet. Zeigen Sie sich (im sinnvollen Rahmen) kompromisslos. Bestehen Sie auf fristgerechte Umsetzung und ziehen Sie bei Bedarf einen Rechtsanwalt hinzu. Alles andere kann am Ende ins Chaos oder tief in die roten Zahlen führen.

Tipp 7: Bauabnahme(n)

Die Bauabnahme erfolgt auf zweierlei Ebenen: Sie als Bauherr bezeugen die mängelfreie Arbeit der beteiligten Bauunternehmen, die Bauaufsichtsbehörde wiederum prüft, ob der Bau allen Vorschriften genügt (Bebauungsplan, Energieeffizienz etc.). 

Bei Ihrer Abnahme als Bauherr sollten Sie alle entdeckten Mängel detailliert im Abnahmeprotokoll festhalten und mit einem datierten Fotobeweis hinterlegen. Zwar können auch später noch Mängelansprüche geltend gemacht werden, aber das ist erfahrungsgemäß schwierig: Die Beweislast liegt dann bei Ihnen und die beteiligten Bauunternehmen entwickeln naturgemäß wenig Begeisterung dafür, bei Ihnen kostenfrei nachzubessern. Schließlich haben sie ihr Geld zu diesem Zeitpunkt meist bereits erhalten.

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