Betrügern auf den Leim gegangen: Diese Strafen drohen, wenn Sie mit einem gefälschten Ticket fahren

Donnerstag, 16.11.2017

Wer in Bus oder Bahn mit einem gefälschten Ticket erwischt wird, muss mit einer Anzeige wegen Urkundenfälschung und Betrugs rechnen. Ihm drohen hohe Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft. Von einem Kavaliersdelikt kann also keine Rede sein.

Für den Straftatbestand an sich ist es dabei zunächst irrelevant, ob Sie die Fahrkarte selbst gefälscht oder manipuliert haben. Viele der ertappten "Sünder" sind selbst Betrügern auf den Leim gegangen, die die gefälschten Tickets zu deutlich vergünstigten Preisen anbieten. Polizei und Verkehrsbetriebe warnen daher regelmäßig davor, vermeintliche Schnäppchen zu nutzen.

Rechtliche Grundlagen

In Paragraph 267 Strafgesetzbuch wird explizit hervorgehoben, dass sich jeder strafbar macht, der von "einer unechten oder verfälschten Urkunde Gebrauch macht". Damit steht also nicht allein die Herstellung unter Strafe.

Strafmaß bei einer Ticketfälschung

Abstufungen bestehen beim Strafmaß. So gilt der gewerbsmäßige Handel mit gefälschten Tickets als besonders schwerer Fall von Urkundenfälschung, der fast immer eine Freiheitsstrafe nach sich zieht. Aber auch wer wiederholt Tickets erwirbt, deren niedriger Preis einen Betrug nahelegt, muss mit Freiheitsstrafe rechnen, die gegebenenfalls zur Bewährung ausgesetzt wird. Mit Sozialstunden (gerade bei Jugendlichen) und einer Geldstrafe kommt meist nur davon, wer glaubhaft machen kann, selbst Betrügern aufgesessen zu sein – und Reue über das eigene Fahlverhalten beim Erwerb zeigt.

Weitere Folgen

Alle strafgerichtlichen Entscheidungen werden im Bundeszentralregister eingetragen. Bei einer Geldstrafe über 90 Tagessätzen wandert der Eintrag automatisch ins Führungszeugnis, das zum Beispiel bei Bewerbungen häufig vorgelegt werden muss. Handelt es sich nicht um den ersten Eintrag im Bundeszentralregister, werden auch kleinere Vergehen ins Führungszeugnis übernommen.  

Fazit

Schwarzfahren führt nicht nur zu einem erhöhten Beförderungsentgelt von 60 Euro, sondern ist auch strafrechtlich relevant. Der Tatvorwurf lautet auf Erschleichen von Leistungen, Betrug oder, wie im beschriebenen Fall, auf Urkundenfälschung. Die Urkundenfälschung ist dabei als gravierendstes Delikt zu bewerten. Das wird auch beim Strafmaß deutlich. So ist das Erschleichen von Leistungen auf die Androhung von einem Jahr Haft begrenzt. Anders gesagt: Kein Ticket ist allemal besser als ein gefälschtes. Der Billigkauf kann sehr teuer werden.

Tickets in der Hand

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