Baumängel in Wohnung oder Haus: Was Sie dagegen tun können

Sonntag, 24.09.2017

Baumängel sind mehr als ein Ärgernis. Sie sind ein massiver Kostenblock. 67.000 Euro pro Fall waren es laut einer Studie des Bauherren-Schutzbundes 2013. Was Baumängel dagegen nicht sind: eine Ausnahme. Ihre Zahl nimmt rapide zu. Was können Sie als privater Bauherr dagegen tun? 

Die erste Devise bei Baumängeln lautet: die Ruhe bewahren. Mit dem Abenteuer Hausbau sind fast zwangsläufig Unwägbarkeiten verbunden, Baumängel gehören dazu. Allerdings lassen sich viele Maßnahmen ergreifen, um die Verluste in Grenzen zu halten. Die wichtigsten haben wir hier zusammengestellt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Bilden Sie sich nicht ein, Sie könnten die Arbeiten der Gewerke persönlich überwachen. Das braucht Zeit und Knowhow. Es ist die Tätigkeit für einen Profi, den sie bei den Baukosten gleich mit kalkulieren sollten. Das spart am Ende viel Geld. Übertragen Sie daher einem unabhängigen Architekten diese Aufgabe. Schon seine Anwesenheit führt zu besseren Ergebnissen.

Abnahme Schritt für Schritt

Es ist fast schon eine Binsenweisheit: Ein schwaches Fundament trägt nicht. Für den Bau heißt das in übertragenem Sinne: Fehler in der Anfangsphase haben besonders starke Auswirkungen. Lassen Sie daher jede Bauphase inklusive Planung einzeln abnehmen. Viele parallele Tätigkeiten sparen Zeit, aber nicht unbedingt Geld und Ärger.

Checken Sie den Bauträger

Klingt das Angebot auch verlockend, eine Überprüfung des Bauträgers ist dennoch angebracht. Am besten sind Referenzobjekte in einem vergleichbaren Stil, die bereits realisiert wurden. Andere Bauherren, die von guten Erfahrungen berichten, sind mehr wert als Hochglanzkataloge.

Leistungen vertraglich absichern

War der Einbau der Zwischenwand nun eigentlich mit geplant? Und sollten die Dachfenster nicht aus Holz sein? Je detaillierter der Vertrag die Leistungen widerspiegelt, desto geringer ist das Streitpotential. Selbiges gilt auch für die Kosten. Verbinden Sie die Zahlung mit der Abnahme der einzelnen Bauphasen, das motiviert. Auch Baumängel werden so schneller beseitigt.

Baustopp wider Willen?

Viele Mängel bei vielen Kunden? Auch bei guter Auftragslage kann eine Baufirma in die Pleite rutschen. Eine Bürgschaft für die Fertigstellung und Gewährleistung gehört daher dazu. Im schlimmsten Fall zahlt die Versicherung dann nicht nur für die Beendigung des Baus, sondern auch für erst später ersichtliche Baumängel.

Schwerpunkt-Kontrollen

Auch wenn statistisch gesehen die meisten Schäden bereits bei Rohbau und Statik auftreten, ist ein Augenmerk auf neue gesetzliche Anforderungen wichtig. Hier bestehen zwangsläufig die geringsten Erfahrungen. Lassen Sie daher schon in der Planungsphase prüfen, ob die geplante Dämmung den Anforderungen genügt und die Heizanlage richtig dimensioniert ist.

Rechte kennen und durchsetzen

Detaillierte Verträge und regelmäßige Kontrollen sind eine solide Basis, um das Prozess- und damit das Kostenrisiko zu senken. Hilft alles nichts, setzen Sie Ihre Rechte notfalls gerichtlich durch. Mit der Zustimmung des Bundesrates im März 2017 wurden die Verbraucherschutzrechte von privaten Bauherren erneut massiv gestärkt. So ist es leichter geworden, Änderungswünsche bei der Bauausführung geltend zu machen.

Auch die Handwerker wurden besser gestellt, was Ihnen als Bauherrn ebenfalls nützt. So müssen Händler bei bereits verbauten aber mangelhaften Materialien, die ersetzt werden müssen, künftig auch die zusätzliche Arbeitsleistung bezahlen. Achtung: Viele Teile des Gesetzes treten erst 2018 in Kraft.      

 

    

Mann überprüft Bauausführung

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