Ausbildungsvertrag: Die Rechte des Azubis

Dienstag, 02.05.2017

Der Azubi hat nicht nur die Pflicht, den Anweisungen seines Ausbilders Folge zu leisten. Er hat auch Rechte. Sie sind in seinem Ausbildungsvertrag geregelt. Das sind die wichtigsten Punkte.

Ein Ausbildungsvertrag kann formlos zwischen Azubi und Ausbildungsbetrieb abgeschlossen werden, aber er beinhaltet laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) zwingend einige Rechte des Azubis. Der wichtigste Punkt ist das Recht auf Erlangung der beruflichen Handlungsfähigkeit.

Im praktischen Teil der dualen Berufsausbildung, der Lehre im Betrieb, muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass dem Azubi durch einen anerkannten Ausbilder die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich sind.

Die dafür nötigen Ausbildungsmittel wie Werkzeuge und Werkstoffe sind dem Azubis kostenlos zur Verfügung zu stellen. Für die theoretische Ausbildung an der Berufsschule und für Prüfungen muss der Arbeitgeber den Azubi freistellen. Fällt der Azubis durch Prüfungen, hat er das Recht auf Wiederholung.

Pflichtbestandteile des Ausbildungsvertrags

Im Ausbildungsvertrag muss immer eine Probezeit vereinbart werden, deren Dauer mindestens einen und höchstens vier Monate betragen darf. Der Azubis hat zudem das Recht auf eine „angemessene“ Ausbildungsvergütung. Sie darf nicht weniger als 80 Prozent des branchenüblichen Tariflohns für Auszubildende betragen und muss sich mit jedem Lehrjahr erhöhen.

Ausbildungsvertrag verbietet Ausbeutung

Der Azubi hat ein Recht darauf, Hilfsarbeiten wie Kaffeekochen abzulehnen, die nicht dem Ausbildungszweck dienen. Der Ausbildungsvertrag verpflichtet den Arbeitgeber, dem Azubi den gesetzlichen Mindesturlaub zu gewähren, der für Volljährige 24 Werktage im Jahr beträgt. Für jüngere Lehrlinge gibt es mehr Urlaub, gestaffelt nach Alter bis zu 30 Werktage.

Auch die Arbeitszeit von Azubis ist gesetzlich geregelt. Volljährige Azubis dürfen 40 bis 60 Stunden an bis zu sechs Tagen pro Woche arbeiten, wobei Überstunden zu erfassen und mit Freizeit auszugleichen sind. Nach sechs Stunden steht dem Auszubildenden (wie anderen Arbeitnehmern auch) eine gesetzliche Pause von 30 Minuten zu.

Minderjährige Azubis dürfen an fünf Tagen pro Woche höchstens 40 Stunden arbeiten, nicht jedoch zwischen 20:00 und 6:00 Uhr. Sie haben nach 4,5 Stunden Anspruch auf die gesetzliche Pause.

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