Aus diesen Gründen darf man nicht gekündigt werden

Dienstag, 09.01.2018

Kommt es im Arbeitsalltag zum Streit mit dem Chef, wird schnell mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht. Die Hürden für eine Kündigung liegen aber hoch. So ist eine verbale Auseinandersetzung noch lange kein Kündigungsgrund. Auch Fehlverhalten des Arbeitnehmers muss in Maßen toleriert werden. 

Natürlich wirkt sich häufiger Streit negativ auf das Arbeitsklima aus und schadet letztlich allen Seiten. Rasche Änderung ist wünschenswert. Gleich zur Kündigung führen die folgenden Verhaltensweisen aber nicht.

Kritik im privaten Rahmen

Wer seinen Chef in einer privaten Runde scharf kritisiert, kann dafür nicht gekündigt werden, auch wenn der Vorgesetzte davon erfährt. So hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz die Kündigung eines Arbeitnehmers abgelehnt, der seinen Chef in einer privaten SMS unter anderem als „krankes Arsch…“ bezeichnet hatte (Az.: 3 Sa 571/14). Wichtig für das Urteil war, dass es sich bei der Äußerung um eine vertrauliche Mitteilung gehandelt hatte. Für eine öffentliche Beleidigung dieser Art wäre dagegen sogar eine fristlose Kündigung möglich.  

Ebenfalls von Gesetz gedeckt sind kritische Veröffentlichungen, die von der Meinungs-und  Kunstfreiheit gedeckt werden. Das hat das Landgericht Hamm im Falle eines Romans entschieden, bei sich der Vorgesetzte erkannt und beleidigt gefühlt hatte.

Häufige Abwesenheit durch Krankheit

Häufige Fehlzeiten kosten den Arbeitgeber Geld. Ein Kündigungsgrund sind sie jedoch nur selten. Gerade wenn sich zufällig Erkrankungen und Unfälle aneinanderreihen, darf deswegen nicht gekündigt werden. Anders sieht die Sache aus, wenn der begründete Verdacht besteht, dass sich die Serie an Krankmeldungen auch in Zukunft fortsetzen wird.

Immer schlechter als der Kollege

Bringt ein Arbeitnehmer im Vergleich zu seinen Kollegen beständig schlechtere Leistungen, darf er deswegen nicht gekündigt werden. Der Arbeitgeber ist in diesem Fall angehalten, eine passendere Aufgabe zu finden oder in Schulungen zu investieren. Kann dem Arbeitnehmer allerdings nachgewiesen werden, dass er bewusst nachlässig arbeitet, droht die Entlassung.

Andere Ansichten

Sympathie ist gut fürs Arbeitsklima und wirkt leistungssteigernd. Vorgeschrieben ist sie jedoch nicht. So darf Sie Ihr Arbeitgeber nicht aufgrund Ihrer politischen Ansichten kündigen, auch wenn sich diese in einer bestimmten Parteizugehörigkeit manifestieren. Bei bestimmten Berufen, zum Beispiel als Lehrer, gelten allerdings Ausnahmen. 

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