Arbeitsvertrag erhalten und trotzdem abgelehnt: Geht das?

Mittwoch, 04.10.2017

Ein Arbeitsvertrag kommt zustande, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Zusage geben. Der Abschluss kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Die Schriftform wird allerdings empfohlen und ist üblich. Ein Rücktritt ist nur im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen möglich.  

Wenn Sie einen Arbeitsvertrag erhalten, keine mündliche Vereinbarung besteht und Sie den Vertrag noch nicht unterzeichnet haben, ist eine Ablehnung problemlos möglich. Ohne Ihre Unterschrift kommt kein Vertrag zustande, Sie müssten daher streng genommen nicht einmal absagen.

Mündliche Absprachen

Besteht bereits eine mündliche Zusage, ist diese bindend. Allerdings liegt die Beweispflicht bei der Gegenseite und ist oft nur schwer zu erbringen. Ein Arbeitgeber wird wahrscheinlich nicht einmal den Versuch unternehmen: Ihm nützt ein unmotivierter Angestellter letztlich nichts.

Eher von Interesse ist der mündliche Vertrag daher im umgekehrten Fall, da daraus ein Anspruch auf Entlohnung resultieren würde. Jetzt müssten Sie jedoch den Nachweis führen.

Rücktritt bei bereits unterzeichnetem Vertrag

Wer sich den Job mit einem Arbeitsvertrag „sichert“, dann aber ein besseres Angebot nutzen möchte, sitzt in der Falle. Er muss die vertragliche Leistung erbringen, sich also zumindest an die geltenden Kündigungsfristen halten. Das schließt eine Ablehnung vor Arbeitsbeginn meist aus.

Wurde eine Probezeit vereinbart, kann sich das nun positiv auswirken. In den meisten Fällen sind Sie damit nach zwei Wochen wieder „frei“. Anderenfalls sagt der Vertrag aus, wann eine Kündigung möglich ist. In vielen Fällen ist das erst zum Monatsende der Fall.

Kündigung vor Arbeitsantritt

Die meisten Arbeitsverträge enthalten die Klausel, dass eine Kündigung vor Antritt des Arbeitsverhältnisses nicht möglich ist. In diesem Fall können Sie Ihre Kündigung frühestens am ersten Arbeitstag einreichen. Auch Vertragsstrafen für eine vorfristige Kündigung sind generell zulässig.

Tipp: Unabhängig von der Vertragsaussage sollten Sie um ein Gespräch bitten. Da der Arbeitgeber wie erwähnt kaum an einem unwilligen Arbeitnehmer interessiert sein kann, liegt ein Aufhebungsvertrag wirtschaftlich auch in seinem Interesse. Kluges und höfliches Verhandeln zahlt sich hier aus.         

   

Mann mit Arbeitsvertrag

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