Arbeitslosengeld vom Supermarkt: Das soll nun möglich sein

Donnerstag, 21.12.2017

Die Arbeitsagentur (BA) spart, Arbeitslose profitieren. Dieser seltene Fall soll in Q2 2018 eintreten, denn dann gibt’s das Arbeitslosengeld auch an den Kassen der Supermärkte und Drogerien. Bislang erfolgte die Barauszahlung an Geldautomaten in den Jobcentern, was hohe Kosten verursacht hatte.

Das Angebot richtet sich vornehmlich an ALG-Empfänger, die nicht über ein eigenes Konto verfügen. Es soll helfen, Notsituationen im Alltag zu vermeiden.

Wie funktioniert die Auszahlung?

Arbeitslose erhalten von der Arbeitsagentur einen neutralen Coupon, der an der Kasse gegen Bargeld eingelöst werden kann. Die Zahlungsabwicklung und Verrechnung läuft technisch über den Berliner Dienstleister „Cash Payment Solutions“.

Die Arbeitsagentur garantiert, dass über den vorgelegten Coupon keine persönlichen Daten übermittelt werden. Der Kassenmitarbeiter kann demnach nicht erkennen, ob es sich um eine Retouren-Erstattung oder eine ALG-Auszahlung handelt. Wohlfahrtsverbände hatten zuvor zu bedenken gegeben, dass das Verfahren zur Indiskretion führen könnte.   

Wer profitiert von der Umstellung?

Bisher erfolgte die Auszahlung über spezielle Geldautomaten in den Jobcentern. Das bedeutete für viele Arbeitslose lange Wege und für die Bundesagentur selbst hohe Kosten.  Laut BA kosteten die Abhebungen bisher 3,2 Millionen Euro im Jahr, was acht Euro pro Transaktion entspricht. Welche Ersparnis das neue System mit sich bringt, ist noch offen.   

Welche Supermärkte sind beteiligt?

Mit dabei sind nach aktuellem Stand Rewe, Penny, real, Rossmann und dm. Die weitere Ausdehnung ist geplant. 

Kasse im Supermarkt

Weitere Artikel

Kommentare