Arbeitslosengeld: So lange haben Sie Anspruch

Sonntag, 11.03.2018

Das Arbeitslosengeld (ALG I) ist eine Versicherungsleistung. Es wird ohne Berücksichtigung des verfügbaren Vermögens gezahlt. Ob Sie ein Recht auf Arbeitslosengeld besitzen, hängt im Kündigungsfall an der Dauer der zuvor ausgeübten versicherungspflichtigen Beschäftigung. Zudem gilt es bei der Antragstellung einige Formalien einzuhalten.

Zum Bezug von ALG I ist jeder Arbeitnehmer berechtigt, der in den vergangenen zwei Jahren mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt war.

Staffelung bei der Anspruchsdauer

Dauerte das Arbeitsverhältnis länger, führt dies auch zu einer längeren Anspruchsdauer bei der Arbeitslosengeldzahlung. Es ergibt sich folgende Staffelung (Bezugszeitraum 5 Jahre):

  • 12 Monate der Beschäftigung: 6 Monate Anspruchsdauer     
  • 16 Monate der Beschäftigung: 8 Monate Anspruchsdauer    
  • 20 Monate der Beschäftigung: 10 Monate Anspruchsdauer    
  • 24 Monate der Beschäftigung: 12 Monate Anspruchsdauer    

Längere Bezugsdauer ab 50+ möglich

Arbeitnehmer, die ab einem Alter von 50 Jahren arbeitslos werden und eine bestimmte Beschäftigungsdauer vorweisen können, können eine längere Anspruchsdauer geltend machen. Auch hier ergibt sich eine Staffelung, wobei für die verlängerte Anspruchsdauer beide Kriterien (Alter und Beschäftigung) erfüllt sein müssen (Bezugszeitraum 5 Jahre):

  • Lebensalter 50 Jahre und mindestens 30 Monate Beschäftigung: 15 Monate Anspruchsdauer
  • Lebensalter 55 Jahre und mindestens 36 Monate Beschäftigung: 18 Monate Anspruchsdauer
  • Lebensalter 58 Jahre und mindestens 48 Monate Beschäftigung: 24 Monate Anspruchsdauer

ALG I richtig beantragen

Der Antrag auf Arbeitslosengeld muss persönlich bei der Arbeitsagentur gestellt werden. Ein Anruf oder eine E-Mail genügen nicht.

Für die Antragstellung gelten zudem Fristen. Werden diese überschritten, reagiert das Arbeitsamt mit einer Sperrzeit. Festgelegt ist, dass die Meldung bei der Agentur spätestens drei Monate vor dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses vorliegen muss. Ist dies aufgrund späterer Kenntnis nicht möglich, muss die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Bekanntwerden erfolgen.

Hinweis: In einigen Fällen kann eine verzögerte Meldung (im Rahmen der Fristen) sinnvoll sein. Wissen Sie zum Beispiel schon im Sommer, dass Sie zum Jahresende nach jahrelanger Betriebstreue gekündigt werden, feiern aber im September Ihren 55. Geburtstag, sollten Sie die Arbeitsagentur erst nach dem Jubiläum unterrichten. Sie können in diesem Fall drei Monate länger (18 statt 15 Monate) Arbeitslosengeld beziehen.

Frau sitzt nachdenklich in der Sonne

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