Arbeitnehmerrecht an Weihnachten & Neujahr: die wichtigsten Fakten

Dienstag, 19.12.2017

Wenn die Weihnachtszeit naht, freuen sich Kinder und Erwachsene über ein paar freie Tage – und natürlich über das eine oder andere Geschenk. Was aber passiert, wenn der Arbeitgeber den Urlaub verweigert? Sind die Tage zwischen den Jahren nicht generell arbeitsfrei? Das Arbeitnehmerrecht:

Rund um den Jahreswechsel gibt es in Deutschland drei gesetzliche Feiertage: den 25. und 26. Dezember, also den 1. und 2. Weihnachtsfeiertag und den Neujahrstag am 1. Januar. Diese Tage sind frei und es muss auch kein Urlaub beantragt werden. Damit enden die guten Nachrichten allerdings auch schon.

Urlaub an Heiligabend und Silvester

In vielen Familien hat der 24. Dezember, Heiligabend, mindestens einen ebenso hohen Stellenwert wie die darauf folgenden Weihnachtsfeiertage. An diesem Tag gibt es die Geschenke, vielfach wird im Tagesverlauf traditionell der Baum geschmückt. Aus arbeitsrechtlicher Sicht spielt dies allerdings keine Rolle. Der 24. Dezember ist, wenn nicht gerade ein Sonntag wie in diesem Jahr, ein ganz normaler Arbeitstag, ebenso wie der 31.12., also Silvester.

Selbst die Annahme, dass es sich um einen halben Arbeitstag – und damit auch um einen halben Urlaubstag – handelt, ist aus gesetzlicher Sicht ein Irrtum, in der Praxis jedoch zum Glück oft nicht. Viele Tarif- und Arbeitsverträge schreiben fest, dass die Arbeitszeit am 24. und 31.12. um 13:00 Uhr endet und das Feiern beginnt. Selbst wenn es keine entsprechende Regelung gibt, machen viele Arbeitgeber dieses „Weihnachtsgeschenk“ möglich, wenn die Auftragslage es zulässt.   

Die Tage „zwischen den Jahren“

Sie ahnen es schon: Auch diese Tage sind normale Arbeitstage, an denen um die Urlaubsgenehmigung gekämpft werden muss. Glück hat nur derjenige, dessen Firma in dieser Zeit Betriebsferien macht, was in vielen Branchen üblich ist. Für die Freizeit, die den meisten willkommen sein dürfte, werden allerdings Urlaubstage abgezogen. Der Arbeitgeber muss seine Entscheidung daher begründen, was meist nicht schwerfällt. Kunden und Zulieferer machen ja ebenfalls gern frei.

Urlaub abgelehnt?

Gerade für Eltern ist es ein schwerer Schlag, wenn der Urlaub zwischen den Jahren abgelehnt wird. Einen Anspruch darauf haben Sie jedoch nicht, selbst wenn die kinderlosen Singles in der Abteilung die Mehrheit bilden sollten. Zwar ist der Arbeitgeber angehalten, soziale Aspekte zu berücksichtigen, aber auch andere Aspekte spielen eine Rolle. So wird ein Single, der seit Jahren zugunsten seiner Kollegen auf Feiertagsurlaub verzichtet hat, ebenfalls gute Argumente haben. 

Kommt es aufgrund der betrieblichen Erfordernisse dazu, dass Sie Ihre verbleibenden Urlaubstage am Jahresende nicht mehr unterbringen, können Sie diese mit ins neue Jahr nehmen. Die Mitnahme ist jedoch kein Automatismus und muss abgeklärt werden. Der Urlaub ist dann noch im ersten Quartal zu nehmen.

Weihnachtsbaum im Büro

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