Antrag auf Pflegegeld: So funktioniert‘s

Freitag, 24.03.2017

Fast drei Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit auf Pflege angewiesen. Tendenz: weiter steigend. Um die Pflegeleistung durch Angehörige, Bekannte oder professionelle Dienstleister zu sichern, zahlen die Pflegekassen einen finanziellen Beitrag. Voraussetzung dafür ist eine ordnungsgemäße Antragstellung.

Das Pflegegeld ist eine Versicherungsleistung. Die Höhe der jeweiligen Zahlung richtet sich nach dem gewährten Pflegegrad. Sie liegt derzeit monatlich zwischen 316 Euro bei Pflegegrad 2 und 901 Euro bei Pflegegrad 5. Im niedrigsten Pflegegrad 1 beschränkt sich die Unterstützung auf eine kostenlose Beratung, die halbjährlich in den eigenen vier Wänden erfolgen kann.

So wird das Pflegegeld beantragt

Sie sollten zunächst prüfen, ob alle Voraussetzungen für den Pflegegeldantrag erfüllt sind. Dazu gehört, dass die Pflege im häuslichen Bereich erfolgen soll, egal ob im eigenen Haushalt, im Haushalt des Pflegenden oder im Altenheim. Als Pflegebedürftiger müssen Sie zudem mindestens zwei Jahre (innerhalb der letzten zehn Jahre) in die Pflegeversicherung eingezahlt haben. Bei pflegebedürftigen Kindern gilt diese Bedingung mit der Einzahlung eines versicherten Elternteils als erfüllt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, teilen Sie der Pflegekasse mit, dass Sie einen Antrag auf Pflegegeld stellen wollen. Sie erhalten so das entsprechende Formular, Absender ist die Krankenkasse beziehungsweise Bundesknappschaft, bei der Ihre Pflegekasse verortet ist.

Sie müssen den Antrag persönlich ausfüllen oder einen Bevollmächtigten ernennen. Rückwirkende Zahlungen sind maximal für vier Wochen nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit möglich. Schnelles Handeln kann daher von Vorteil sein.

Wie geht es dann weiter?

Die Pflegekasse prüft Ihren Antrag. Um den Pflegegrad zu bestimmen, wird oft der medizinische Dienst der Krankenkasse hinzugezogen. Beurteilt werden hier vor allem Ihre dauerhaften Einschränkungen bei der Mobilität und bei den kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten. Zudem geht es darum, wie gut Sie sich selbst versorgen und Ihren Alltag meistern können. Bestehen Anforderungen aus einer medizinischen Therapie, fließen mögliche Einschränkung bei deren Erfüllung in die Beurteilung ein.

Als Pflegebedürftiger haben Sie die Wahl, ob die Pflege über professionelles Personal oder privat erfolgen soll. Möglich ist auch eine Kombination aus beiden Varianten.

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