Advopedia Basiswissen: Was ist eine Mediation und wann kommt sie zum Einsatz?

Mittwoch, 08.11.2017

Bei einer Mediation versuchen die Konfliktparteien, außergerichtlich in strukturierter Form zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Sie bedienen sich dabei eines unabhängigen Dritten, des Mediators, der im Sinne der Streitenden zu vermitteln versucht. 

Der Mediator besitzt bei der Konfliktbewältigung keine Entscheidungsbefugnisse. Anders als beim Richter ist es also nicht seine Aufgabe, zu werten oder gar ein Urteil zu fällen. Die Person des unabhängigen Mediators muss von den Konfliktparteien akzeptiert werden.   

Wann kommt Mediation zur Anwendung?

Die Mediation ist der Versuch, einen Streit außergerichtlich beizulegen. Die Mediation kann von den Konfliktparteien selbst oder von einem Richter angeregt werden. Das Gericht wird bei jedem Verfahren in der Klageschrift informiert, ob bereits eine Mediation versucht wurde. Schlägt der Richter eine Mediation vor und folgen die Parteien diesem Vorschlag, ruht in dieser Zeit das Verfahren.

Wovon ist Mediation geprägt?

Bei der Mediation bleiben die Konfliktparteien "Herr im Haus". Sie bestimmen selbst über Anfang und Ende des Mediationsprozesses und treten eigenverantwortlich miteinander in Kontakt. Angestrebt wird eine gerechte Lösung für beide Seiten (win-win). Das setzt unter anderem ein konsensorientiertes Herangehen voraus.

Der Mediator ist allparteilich und zur Vertraulichkeit verpflichtet.

Was zeichnet einen Mediator aus?

Ein Mediator benötigt alle Fähigkeiten zum konstruktiven Konfliktmanagement. Als Beruf ist die Bezeichnung nicht geschützt. Anders stellt sich das beim "zertifizierten Mediator" dar. Für das Führen dieses Titels werden gemäß Mediationsgesetz eine bestimmte Ausbildung (zum Beispiel mindestens 120 Präsenzstunden) und Praxiserfahrung vorausgesetzt. Die Ausbildung muss per Gesetz (§5 MeditationsG) folgende Grundlagen vermitteln: 

  • Kenntnisse über Grundlagen der Mediation sowie deren Ablauf und Rahmenbedingungen
  • Verhandlungs- und Kommunikationstechniken
  • Konfliktkompetenz
  • Kenntnisse über das Recht der Mediation sowie über die Rolle des Rechts in der Mediation
  • praktische Übungen, Rollenspiele und Supervision

Das Mediationsgesetz ist im Juli 2012 in Kraft getreten. Es soll die Möglichkeiten der außergerichtlichen Einigung fördern.  

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