Advopedia Basiswissen: Was ist ein verstetigtes Gehalt?

Freitag, 27.10.2017

Die Zahlung des Arbeitsentgelts gehört zu den Hauptpflichten des Arbeitgebers. Das Geld fließt an den Arbeitnehmer, der im Gegenzug seine geschuldete Leistung erbringt. Wie die Auszahlung erfolgt, können die Vertragspartner frei vereinbaren. Einzige Bedingung: Es muss im Rahmen des Gesetzes bleiben, auch beim verstetigten Gehalt.

Beim verstetigten Gehalt handelt es sich um einen festen Monatslohn, der zunächst auf Basis einer bestimmten Stundenzahl berechnet wird. Die im jeweiligen Monat tatsächlich geleistete Arbeitszeit kann jedoch davon abweichen. Über- oder Fehlstunden werden dann über ein Arbeitszeitkonto verrechnet.  

Wie kommt es zur Differenz zwischen abgerechneten und geleisteten Stunden?

Zu Abweichungen kommt es beim verstetigten Gehalt schon aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der Tage im Monat. So hat der Januar 31, der Februar jedoch nur 28 oder 29 Tage. Beim „normalen“ Monatsgehalt spielt das keine Rolle, da die Zahl der Arbeitstage hier ohne Berücksichtigung bleibt. Beim verstetigten Monatslohn ist die verfügbare Zeit jedoch relevant, da am Ende die real gearbeiteten Stunden abgerechnet werden.

Mindestlohn: Im Rahmen des Gesetzes

Diskutiert wird das verstetigte Gehalt im Zusammenhang mit dem Mindestlohn. Hier kann es nämlich passieren, dass in einem langen Monat der Stundenlohn rechnerisch unter den Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro sinkt. Zwar werden die Mehr-Stunden dem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben, aber die Auszahlung zum üblichen Fälligkeitstermin erfolgt nicht. Fällig ist die Zahlung gemäß Mindestlohngesetz (MiLoG) „spätestens am letzten Bankarbeitstag des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde“.

Für den verstetigten Arbeitslohn wurde hier jedoch eine Ausnahme geschaffen. Das MiLoG eröffnet Arbeitgebern abweichend zur genannten Regelung die Möglichkeit, Arbeitsstunden „spätestens innerhalb von zwölf Kalendermonaten“ nach ihrer Erfassung auszugleichen. Voraussetzung dafür ist das Einstellen der Arbeitsstunden in ein „schriftlich vereinbartes Arbeitszeitkonto“. Beim verstetigten Gehalt ist das garantiert.

Geld vor einem Gehaltsordner

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