Advopedia Basiswissen: Was ist ein Kronzeuge?

Mittwoch, 13.12.2017

Bei der Aufklärung oder Verhinderung schwerer Straftaten ist die Anklage häufig auf Zeugen angewiesen. Kronzeugen liefen Informationen, die maßgeblich zur Aufklärung der Tat und damit zur Verurteilung des Täters beitragen. Der Kronzeuge steht dabei selbst als (Mit-)Täter im Verdacht oder wurde bereits einer mittleren bis schweren Tat überführt.    

Im Gegenzug für seine Informationen kann die Strafe des Kronzeugen gemindert oder ganz gestrichen werden. Grundlage für diesen „Deal“ ist §46b StGB. Wie hoch die Minderung ausfällt, wird zwischen Richter und Staatsanwaltschaft ausgehandelt und dem Kronzeugen garantiert. Eine lebenslange Freiheitsstrafe darf dabei allerdings nicht in eine Strafe unter zehn Jahren umgewandelt werden.

Wann gilt die Kronzeugenregelung?

Für die Anwendung der Kronzeugenregelung müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört zunächst, dass der Zeuge über Informationen verfügt, die Relevanz für die Verurteilung des Haupttäters besitzen. Er muss sein Wissen freiwillig offenlegen und zwar noch vor Eröffnung des Hauptverfahrens. Geht es um die Verhinderung einer Straftat, muss die Zeugenaussage zu einem Zeitpunkt erfolgen, die eine Verhinderung der Tat ermöglicht. 

Die Kronzeugenreglung kommt nur im Bereich der Schwerkriminalität zur Anwendung, also zum Beispiel bei Morden, Hochverrat oder in der organisierten Kriminalität. Diese Straftaten werden in §100a Abs. 2 StPO aufgelistet. Auch der Kronzeuge selbst muss sich einer Straftat schuldig gemacht haben oder ihrer verdächtigt werden, die mit der Androhung einer erhöhten Freiheitsstrafe verbunden ist.

Zeuge

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