Advopedia Basiswissen: Sterbehilfe

Dienstag, 13.03.2018

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbar. Das gilt auch für die Tötung auf Verlangen. Eine Beihilfe zur Selbsttötung kann dagegen unter bestimmten Umständen zulässig sein, ebenso die indirekte oder passive Sterbehilfe.

Das Strafgesetzbuch zielt in §217 StGB vor allem darauf ab, eine „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ zu unterbinden. Zum Beispiel Arztpraxen oder private Hilfevereinigungen dürfen diese „Dienstleistung“ damit nicht anbieten.

Im Strafgesetzbuch heißt es: „Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, ergänzt um den Passus: „Als Teilnehmer bleibt straffrei, wer selbst nicht geschäftsmäßig handelt und entweder Angehöriger des anderen ist oder diesem nahesteht.“

Wann ist Sterbehilfe verboten?

Neben der verbotenen „geschäftsmäßigen“ Beihilfe ist es untersagt, einen anderen Menschen aktiv zu töten. Das Motiv der Tat spielt dabei nur beim Strafmaß eine Rolle: Kann der Sterbewunsch des Opfers nicht nachgewiesen werden, handelt es sich um Totschlag (oder Mord) mit einer Strafandrohung von zehn Jahren Haft. Eine Tötung auf Verlangen wird hingegen mit maximal fünf Jahren Freiheitsentzug geahndet.

Wann ist Sterbehilfe erlaubt?

Während die aktive Mitwirkung am Suizid, also zum Beispiel das Verabreichen einer tödlichen Tablettendosis, strafbar ist, kann die Beihilfe dazu straffrei bleiben. Stellt der Helfer die entsprechenden Tabletten also nur zur Verfügung, die der Sterbewillige dann selbst einnimmt, entfällt die Strafbarkeit. Weiterhin möglich bleibt jedoch eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, die mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden kann.

Aktuell: Das Berliner Landgericht hat im März 2018 einen Arzt freigesprochen, der einer  sterbewilligen Patientin eine tödliche Dosis an Schlaftabletten zur Verfügung gestellt hatte. Eine Revision der Staatsanwaltschaft gilt als wahrscheinlich

Weniger umstritten ist die indirekte oder passive Sterbehilfe. Bei der passiven Sterbehilfe  wird auf Basis einer schriftlichen Patientenverfügung auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet. Als indirekte Sterbehilfe gelten Palliativmaßnahmen, die den Tod billigend in Kauf nehmen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Nebenwirkung starker Schmerzmittel absehbar zum Organversagen führt.

Hände einer alten und einer jungen Person

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