Advopedia Basiswissen: Was ist ein Anderkonto?

Donnerstag, 16.11.2017

Ein Anderkonto ist ein Treuhandkonto. Es wird unter eigenem Namen, aber treuhänderisch für einen oder mehrere Dritte geführt. Im Falle einer Insolvenz des Treuhänders kann das Geld auf dem Anderkonto nicht zur Schuldentilgung herangezogen werden. Es zählt nicht zur Insolvenzmasse, ist also besonders geschützt. 

Anderkonten werden eingerichtet, wenn wichtige Gründe einer sofortigen Weiterleitung der Geldmittel entgegenstehen. Das Geld wird damit sicher auf einem Bankkonto „geparkt“. Zugriff hat nur der Treuhänder, der die Mittel jedoch nicht zu eigenen Zwecken verwenden darf.

Anderkonto: Wer führt dieses Konto?

Bestimmte Berufsgruppen treten besonders häufig als Treuhänder mit Anderkonten in Erscheinung. Dazu zählen Notare, Rechtanwälte und Wirtschaftsprüfer, aber auch Steuerberater oder Pfarrer.

Ein typischer Fall für den Einsatz eines Anderkontos wäre der teilfinanzierte Erwerb einer Immobilie. Der Käufer hat hier die Möglichkeit, den vereinbarten Eigenbetrag auf dem Anderkonto eines Notars zu hinterlegen. Dieser bürgt in Ausübung seines Berufes für die vorgesehene Verwendung der Mittel. Mit der Hinterlegung können nun bereits mögliche Darlehen fließen, ohne dass die Grundschuld als Sicherheit bereits vorhanden wäre.

Finanzielle Interessen

Der Notar oder Rechtsanwalt als Inhaber des Anderkontos profitiert über die sogenannte Hebegebühr. Er verlangt für die Weiterleitung des Geldes also einen Anteil, der sich an der Höhe des hinterlegten Betrages orientiert.

Versteuert wird der hinterlegte Betrag, sofern erforderlich, vom Treugeber. Der Treuhänder birgt mit Übernahme der Mittel-Verwaltung auf dem Anderkonto jedoch zugleich für deren ordnungsgemäße Deklarierung.

Bankgebäude

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