Lenßens Tipp: Manchmal ist es besser, dem Nachbarn nicht zu helfen!

Montag, 10.11.2014 Ingo Lenßen

Passen Sie bitte auf, denn im Zweifel haften Sie, auch wenn es sich nur um eine gutgemeinte Gefälligkeit gehandelt hat!

Die Geschichte begann harmlos: Eine Nachbarin bat den Mann, an der Außenfassade des Hauses eine Lampe anzubringen. Das tat er zwar gerne, aber leider nicht gut, und ein Fassadenarbeiter erlitt einige Zeit später einen heftigen Stromschlag, als er ahnungslos eben diese Lampe berührte. Die Folgen dieses Unfalls waren dramatisch, und die Diagnose für den Verunglückten lautete 100 % Behinderung und Pflegebedürftigkeit.

Kleiner Fehler, großer Schaden

Doch was war die Ursache für den Vorfall? Der Nachbar hatte beim Montieren der Lampe übersehen, dass ein Nagel in der Wand den Schutzleiter des Lampenkabels durchtrennt hatte. Unglücklicherweise war die Außenlampe von einem stromführenden Gehäuse umrandet, und genau dies wurde dem Arbeiter auf seinem Metallgerüst zum Verhängnis.

Wer muss zahlen?

„Es war doch bloß eine Gefälligkeit“, argumentierte der handwerkende Nachbar vor Gericht, nachdem ihn der Fassadenarbeiter auf Zahlung von fast 600.000 € Schmerzensgeld und einer lebenslangen Rente verklagte. Das Oberlandesgericht sah dies aber anders und stellte fest, dass der Nachbar bei der Montage den Fehler hätte bemerken müssen. Zumindest hätte er sorgfältiger vorgehen müssen.

Eine teuer bezahlte Nachbarschaftshilfe.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Koblenz, Urt. v. 02.04.2014 Az. 5 U 311/12

§ 823 BGB

Rostiges Werkzeug

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