Wahlmanipulation? Brandenburger darf nicht Apfelkönig werden

Samstag, 28.10.2017

Seit 2016 dürfen sich auch Männer um den Titel des Apfelkönigs von Guben kämpfen, und schon gerät die Sache zur (Provinz-)Posse. So jedenfalls sieht es Gubens Bürgermeister Fred Mahro, der beklagt, dass sich das Gericht überhaupt mit „dieser Posse beschäftigen muss“. Die Richter aber haben ihr Urteil gefällt: gegen den Möchtegern-Apfelkönig, der in Berufung geht.

Der Kläger, ein gelernter Maurer, hatte vor Gericht geltend gemacht, dass die Wahl 2016 manipuliert gewesen sei. Schon die Tatsache, dass die gewählte Apfelkönigin keinen Führerschein besitze, schließe ihren Sieg aus. Immerhin werde der gekürten Majestät auch ein Auto gestellt, so der 42-Jährige.

Richter sagen Nein

Beim Amtsgericht Cottbus sah man das anders. Beim Vorwurf des Wahlbetrugs handele es sich um eine „bloße Vermutung“, die nicht belegt sei. Und eine Regel, dass die Wahl einen Führerschein voraussetze, gebe es nicht.

Noch deutlicher wurde laut SZ.de die Chefin des Gubener Tourismusvereins Kerstin Geilich, deren Verein die Wahl ausrichtet. „Wo kein Hirn ist, ist kein Hirn“, stellte sie fest und bezog sich damit wohl auch auf die bereits laufende Berufung des Klägers.

Zankapfel weiter im Spiel

Der Kläger wiederum sieht sich im Recht und hat auch in Zukunft nicht vor, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Neben der Berufung klagt er auch auf Entschädigung in Höhe von insgesamt 25.000 Euro. Damit will der Mann vor allem seinen Schaden ersetzt wissen, der ihm durch die geraubte Krone 2016 und die Nichtzulassung zur Wahl 2017 entstanden ist.

Der Tourismusverband hatte zuvor eine neuerliche Teilnahme des Klägers an der diesjährigen Wahl abgelehnt. Gewonnen hat übrigens erneut eine Frau.   

       

Apfel mit Wurm

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