Von wegen Geld stinkt nicht!

Freitag, 06.11.2015 PK

Wenn wir den Ausdruck „dreckiges Geld“ hören, haben wir sogleich das Bild von Verbrecher-Syndikaten im Kopf. Und wenn dreckiges Geld „gewaschen“ wird, weiß auch jeder, was gemeint ist. Ein australisches Café verpasste diesem Begriff jedoch jetzt eine ganz neue Bedeutung, und - versprochen - : Die Bilder im Kopf werden nicht wirklich besser davon…

Das in Westaustralien beheimatete Café "Fascine Coffee Lounge“ verlangt nämlich von seiner Kundschaft ab sofort nur noch „sauberes Geld“. Wie das gemeint ist, lässt sich von einem Schild gleich am Eingang des Lokals ablesen. Dort steht: „We Do Not Accept $$$$ From BRAS OR UNDERPANTS“. Frei übersetzt: „Wir nehmen keine Dollars an, die Sie im BH oder in der Unterhose hatten.“

Vorgewärmte Scheine

Natürlich zahlen die Australier wie wir im Regelfall mit Geldscheinen, die sie im Portemonnaie, in der Hosen- oder Handtasche mit sich führen. Aber anscheinend kam es in letzter Zweit häufiger vor, dass Gäste ihre Dollars aus dem Schlüpper hervorfummelten – und dem Personal des besagten Cafés war es dann irgendwann wohl doch zu viel des Ekels. Schließlich ist es insbesondere in Westaustralien im Sommer überdurchschnittlich heiß und feucht. Das Geld würde somit unweigerlich... igitt...

Wie ist die Rechtslage in Deutschland?

Kümmern wir uns um die juristische Bewertung. Und somit der Frage, ob denn ein Restaurant die Annahme von Bargeld verweigern darf. In Australien scheint das erlaubt zu sein, aber was ist mit Deutschland? Da steht doch im § 14 des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ Aber bedeutet dieser Satz nun auch wirklich automatisch, dass ein Annahmezwang für Euro-Bargeld besteht? Nein! Man kann durchaus eine andere Zahlungsart vereinbaren. Ein Händler dürfte also an seine Ladentür schreiben: „Wir akzeptieren nur Zahlung per Giro- oder Kreditkarte.“

Mancherorts ist nur Unbares Wahres 

Außer, dass große Scheine wie 200er und 500er kaum irgendwo akzeptiert werden, gibt es solche Fälle noch nicht allzu oft, aber der Kunde könnte dann nicht auf Barzahlung bestehen – er wusste ja vorher, was ihn bei einem Kauf in diesem Laden erwartet. Und einige Geschäfte verfahren bereits tatsächlich so: In Böblingen nimmt z.B. eine Filiale eines großen Möbelhauses keine Euromünzen bzw. -scheine mehr an, Parkautomaten funktionieren teils nur noch mit Girokarte, und Versandhändler verlangen eine Überweisung oder eine Abbuchung im Lastschriftverfahren.

Wie dreckig ist Geld wirklich?

Nun: Mit Hygiene hat das zwar nichts zu tun. Dennoch: Bei einer DNA-Analyse von Geldscheinen konnten etwa 3.000(!) Bakterientypen auf unseren Banknoten nachgewiesen werden. Und Mikrobiologen der Queen Mary University in London machten 2012 eine besonders eklige Entdeckung: Auf vielen Banknoten hatten es sich mehr E.coli-Bakterien gemütlich gemacht wie sonst nur auf einer Toilettenbrille. Nochmal igitt!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§ 14 BBANKG

Geldscheine im Männerslip

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