Achtung Ferienstart: Wir sind dann mal einen Tag früher weg

Dienstag, 14.06.2016 PK

Ein paar Tage noch, dann starten in Bremen und Niedersachsen die großen Ferien. Für viele Eltern Anlass, ihren Kindern „schummelfrei“ zu geben – schließlich will man ja frühzeitig los, um nicht in einen Megastau zu geraten. Oder der Abflug der supergünstigen Schnäppchenbuchung passt nun einmal nicht zum Beginn der Sommerferien. Doch die geflunkerten Krankmeldungen für die Schule können den Urlaub im schlimmste Fall ganz schön teuer machen…

Das Phänomen plötzlicher Unpässlichkeiten kurz vor Ferienbeginn scheint weit verbreitet zu sein. Man könnte fast „Schummelseuche“ dazu sagen – denn offenbar sind nur in Magdeburg, Schwerin und Mainz keine Fälle von ungenehmigten Ferienverlängerungen bekannt. Anderswo in Deutschland kommt es jedoch immer wieder einmal vor, dass die Rechnung für die Eltern nicht aufgeht: Wer nämlich ertappt wird, muss mit Bußgeldern rechnen.

Böse Überraschung für Eltern

Kein Problem – die paar Euro? Das mag vielleicht auf Erfurt zutreffen. Dort zahlen Eltern gerade einmal fünf Euro für jeden blaugemachten Schultag. Bei Münchener Eltern dagegen kann die Strafe schon ein ordentliches Loch in die Urlaubskasse reißen: Denn dort wird geprüft, wie hoch der wirtschaftliche Vorteil durch das Schuleschwänzen war – also wie viel man z.B. am Flugticket gespart hat, weil man früher und dadurch günstiger fliegen konnte - und das ist dann die Basis für die Bußgeldbemessung. Eine böse Überraschung gibt es obendrein: Mit dem Bußgeld werden beide Elternteile belegt! Ein ähnliches Prinzip wendet die Hansestadt Bremen an: Ab 35 Euro pro Fehltag und Elternteil werden dort verhängt, maximal 500 Euro pro Elternteil.

Das sind keine Urlaubs-Schnäppchen

Hier also eine kleine regionale Übersicht für die Schummelferien: 

  • Stuttgarter verlangt 150 Euro für jeden ungenehmigten Ferientag, 
  • Düsseldorf 80 Euro, 
  • Köln 150 Euro für maximal fünf erflunkerte Tage – nach dem fünften Tag kommt es zur Einzelfallentscheidung, die bis zu 1.000 Euro betragen kann.  
  • In Hamburg ist die Rechnung etwas komplexer: Fehlt nur ein Kind in der Schule, sind 200 Euro fällig, bei zwei Kindern sind es 300 Euro.

Böse Überraschung für Schüler

Und wer jetzt glaubt „okay, die Alten haben genug Kohle“, sollte sich in Saarbrücken nicht beim Blaumachen erwischen lassen, wenn er schon 14 Jahre alt ist. Dann geht der Bußgeldbescheid nämlich direkt an den Schüler und kann bis zu 150 Euro kosten – da ist zumindest in den nächsten Ferien Essig mit Chillen. Stattdessen muss man für das Bußgeld jobben. Hey Leute: Spaß geht anders! 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§ 17 OWiG

Familie am Flughafen

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