Dumm gelaufen: Tierarzt tötet aus Versehen Fische im Wert von 10.000 Euro

Donnerstag, 04.12.2014 PK

Man nehme ein 1000-Liter Aquarium, ein paar Bambusstäbe aus dem Gartencenter und 80 Zierfische im Wert von 10.000.- € . Dumm nur, wenn dann am nächsten Tag alle Fische „Kiel über“ tot an der Wasseroberfläche treiben…

Was war geschehen? Ausgerechnet ein Münchner Tierarzt hatte in der Freilandabteilung eines Gartencenters mehrere Bambusstäbe gekauft, um diese zuhause in sein Aquarium einzusetzen. Gesagt, getan. Warum er allerdings den Bambus nicht im Zoo- oder Aquaristik Fachhandel kaufte, blieb im Unklaren.

Im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode gespart?

Denn was der Herr Veterinär nicht bedacht hatte: Jegliches Material in Gartencentern ist immer gegen Verrottung geschützt – meist mit einer chemischen Imprägnierung. Und so nahm denn die Geschichte einen - besonders für die Fische - unerfreulichen Verlauf. Denn die verendeten in dem Giftcocktail, der sich nach und nach in ihrem Lebensraum breit machte. 

Da muss doch jemand Schuld sein

Kurzerhand klagte der Tierarzt gegen den Gartenmarkt. Denn seiner Meinung nach hätte der davor warnen müssen, dass die Bambusstäbe für den Unterwassereinsatz in heimischen Biotopen ungeeignet seien.

Für gesunden Menschenverstand braucht man kein Studium

Seine Klage jedoch hatte vor dem Landgericht München keinen Erfolg. Denn weder konnten die Richter irgend einen Sachmangel erkennen, noch hätte das Gartencenter seine Beratungs- oder sonstige Nebenpflichten verletzt. Der Tierarzt hätte stattdessen schlicht und einfach die Bambusstäbe nicht „zweckentfremden“ und in sein Wasserbecken einsetzen dürfen.

Hoffentlich mag er Sushi

Wie erwartet war das nicht im Sinne des Klägers, doch die Berufung des Tierarztes wurde durch Beschluss des Oberlandesgerichts München zurückgewiesen. Das Urteil ist dadurch rechtskräftig.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht München: § 522 Abs. 2 ZPO (35 O 5443/07)

Goldfisch im Aquarium

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