So funktioniert der Betrug mit dem Wash-Wash-Trick…

Sonntag, 13.12.2015 PK

Sie tauchen immer wieder auf: Betrüger, die ihren Opfern vormachen, sie könnten echte Geldscheine auf wundersame Weise vermehren. Die Vorführung der Täter ist dabei so perfekt dargeboten, dass viele darauf hereinfallen. Wir verraten Ihnen hier Schritt für Schritt, wie diese „Zauberer“ auf Fischzug gehen, damit Ihnen das nie passieren wird…

Schritt eins:

Angel auswerfen

Es gibt mehrere Varianten der Geschichte, die die Täter ihren Opfern auftischen. Variante eins: Die Betrüger gaukeln ihren Opfern vor, dass sie mit Hilfe spezieller Chemikalien und unbedrucktem Geldscheinpapier waschechte Blüten herstellen können. Variante zwei: Eingeschmuggeltes Bargeld sei schwarz eingefärbt worden, damit der Zoll es nicht findet. Zum Reaktivieren brauche man aber echtes Geld – quasi als Katalysator. Beides ist natürlich blanker Unsinn. Aber den Opfern wird ein hoher Profit versprochen: Zwei Drittel der reaktivierten Scheine sollen sie behalten dürfen, die Täter verlangen nur ein Drittel. 

Schritt zwei:

Der Köder wirkt

Die Täter führen ihren Hütchenspieler-Trick vor: Zwei unechte Scheine, oder einfaches Papier in Geldscheinformat, oder aber mit Jod geschwärztes Geld wird mit einer Flüssigkeit beträufelt. Bei dieser Flüssigkeit könnte es sich um Ascorbinsäure (also Vitamin C) handeln, das Jod farblos werden lässt. Das geht aus Laborberichten des Bundeskriminalamtes  hervor. Jetzt legen die Täter also ihr Falschgeld mit einem echten Schein des Opfers zusammen in Alufolie, sprenkeln das geheime Substrat darüber und verschließen das Paket. Damit’s „wirkt“, wird ordentlich draufgepresst.  Zuletzt wird das Paket vor den Augen des Opfers geöffnet – und drin sind tatsächlich drei echte Geldscheine. 

Schritt drei:

Haken anziehen

Der Fisch ist am Haken, der Drops ist gelutscht! Viele sind bei einer so überzeugenden Vorstellung angefixt genug, die wundersame Geldvermehrung auch mit größeren Summen auszuprobieren. Und dann geht auf einmal alles schief. Denn vor dem Öffnen wird das Päckchen diesmal – simsalabim – unbemerkt ausgetauscht. Der Trick mit der Ablenkung funktioniert ähnlich wie das Austauschen der Kugel beim Hütchenspiel. Und die Wash-Wash-Betrüger machen es sich genauso leicht wie die Kleingauner auf der Straße: Sie arbeiten nämlich immer mindestens zu zweit und sind perfekt aufeinander eingespielt…

Schokotaler

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