Krank vor lauter Liebe: in Reizwäsche durch Pastors Vorgarten gehüpft

Donnerstag, 31.12.2015 PK

Seit rund 15 Jahren stellt eine Frau ausgerechnet dem katholischen Pfarrer von Meschede nach. Mal hüpft sie halbnackt durch seinen Vorgarten, mal schreibt sie Liebesbriefe oder SMS, und sie scheut sich auch nicht, den Mann ihrer erotischen Fantasien anzurufen oder ihm anzügliche Geschenke zu machen. Was aber am meisten verblüfft: Die Dame ist bereits 72…

Dem inzwischen schwer entnervten Seelsorger rückte die liebestolle Rentnerin fast täglich auf den Pelz. Es hagelte Strafanzeigen – geholfen hat es nicht. Es gab gerichtlich verfügte Kontaktverbote – doch auch davon ließ sich die Seniorin nicht bremsen. Sie machte eine Therapie – jedoch von „Heilung“ keine Spur. Mehr als ein Jahrzehnt folgte die hormonell fehlgeleitete Frau dem frommen Gottesmann auf Schritt und Tritt. 

Sie kann halt nicht anders

Im März 2014 verurteilte sie das Amtsgericht Meschede deshalb zu 14 Monaten Haft. Doch weder der Staatsanwalt noch die Verteidigung waren mit diesem Urteil einverstanden: Eine höhere Strafe forderte die eine Partei, Freispruch die andere. Nach Auffassung der Verteidigung ist die Frau nämlich keineswegs liebestoll, sondern liebeskrank – und damit schuldunfähig. 

Blumen will er nicht, vielleicht hilft Gemüse

Und vor wenigen Tagen schloss sich die Berufungsinstanz, das Landgericht Arnsberg, dieser Auffassung an: Die 72-jährige Stalkerin muss nicht ins Gefängnis, auch deshalb, weil sie „nicht gefährlich, sondern nur lästig ist.“ So wird denn Pfarrer Michael Hammerschmidt wohl auch künftig seine Mülltonnen mit aufdringlichen Geschenken und Liebesbekundungen füllen müssen, die die verliebte Oma in seinem Vorgarten hinterlässt. Wie bisher wird es sich dabei um Blumenherzen, Luftballons, aber auch um Gurken und Möhren handeln, die des öfteren zu einem Liebes-Symbol auf dem Rasen drappiert werden.

So sicher wie das Amen in der Kirche

Zu dem Freispruch kam es übrigens, weil sich mehrere Gutachter widersprochen hatten. Das Gericht hatte demzufolge gar keine andere Wahl, als zu Gunsten der Angeklagten zu entscheiden. Und offenbar hätte eine Haftstrafe auch gar keine erzieherische Wirkung erzielt – denn dass diese Frau auch in Zukunft mit ihrer krankhaften Liebe beim Pfarrer hausieren geht, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Stalking („Nachstellung“) § 238 StGB

Damenunterhose auf Wäscheleine

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