Sex in der Duschwanne: Mutter zerrt Sohn vor Gericht

Samstag, 07.03.2015 BJ

Eine Mutter aus Düsseldorf stellte Strafantrag gegen ihren eigenen Sohn, da während einer Party ihre Duschwanne zerkratzt wurde. Bereits zweimal wollte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Geringfügigkeit einstellen, doch dagegen wehrte sich die Mutter mit Händen und Füßen…

Da niemand der Partygäste für die verursachten Kratzschäden in der Duschwanne aufkommen wollte, erstattete die Frau Anzeige gegen ihren Sohn.

Einen außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleich lehnte der Sohn ab

Einer der Angeklagten ließ durch seinen Rechtsanwalt verkünden, dass er „nach ein paar Bier und Longdrinks“ in einem Deko-Topf Quarzsand gesehen habe. Mit den Worten „Der Sandmann ist da“ habe er diesen dann feierlich auf dem Boden verstreut. Damit war das Gericht zwar auf einem ermittlungstechnisch guten Weg, doch wie kam der Sand anschließend in die Duschwanne?…

Fröhliche Sandspiele

Als Zeugin war auch eine Studentin geladen. Mit hochrotem Kopf gab die junge Frau schließlich zu, mit einem männlichen Partygast im Badezimmer gewesen zu sein. Aufgrund der „räumlichen Enge“ habe man sich in die Duschwanne gestellt. Gnädigerweise verzichtete das Gericht auf weitere Erläuterungen. Für Verwirrung sorgte aber die Bemerkung, dass die Wanne beim Verlassen der Örtlichkeit noch in Ordnung gewesen sei. Auch von Quarzsand habe man nichts bemerkt...

Beweisprobleme

Zum Wohle aller Beteiligten zog das Gericht einen Schlussstrich und stellte das Verfahren endgültig ein. Die Mutter hatte dafür jedoch keinerlei Verständnis und verließ verärgert das Gerichtsgebäude. Womit sich wieder einmal der alte Spruch bewahrheitet: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG Düsseldorf, Az. 138 Ds 398/14

§ 303 StGB

Duschvorhang

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