Überfall auf Tankstelle: Polizist schießt Räuber einen Hoden weg

Donnerstag, 14.05.2015 PK

Autsch - Das ging voll in die Hose! Als ein Tankstellenräuber fliehen wollte, feuerte ihm ein Polizist zwei Schüsse hinterher. Einer traf im Gesäß, der andere ein paar Zentimeter tiefer und etwas links von der Mitte… Für den Verlust einer seiner Kronjuwelen fordert der Räuber jetzt Schmerzensgeld vom Polizisten.

Die Kugel hatte gesessen: Die Ärzte im Krankenhaus konnten nichts weiter tun, als das „Knick-Ei“ ganz zu entfernen – sehr zum Leidwesen des Straftäters, der nach seiner Genesung für sechs Jahre in den Bau wanderte. Doch die Körperverletzung durch den Polizisten wollte er ebensowenig auf sich sitzen lassen wie den Verlust seines linken Hodens. Deshalb stellte er Strafantrag und forderte 10.000 Euro Schmerzensgeld. 

An den Schuhen wiedererkannt

Doch zunächst zum Abend des Überfalls. Die Tankstelle in Mönchengladbach an der Duvenstraße war schon einmal überfallen worden. 850 Euro erbeuteten die Täter bei ihrem ersten Coup. Diesmal sollte es mehr werden, und deshalb baldowerte einer der Räuber den Tatort schon um die Mittagszeit aus. Besonders geschickt wird er sich dabei nicht angestellt haben, denn einem der Tankstellenmitarbeiter kam der Mann irgendwie verdächtig vor. Außerdem gab es noch eine beunruhigende Auffälligkeit: Der Mann trug silberne Schuhe – genau wie einer der Räuber beim ersten Überfall.

Diesmal war die Polizei schon da

Genug Verdachtsmomente für einen weiteren bevorstehenden Überfall. Und so legte sich denn die Polizei auf die Lauer. Und wirklich: Kurz vor Mitternacht betrat Mister Silberschuh die Tankstelle. Maskiert und mit einem großen Küchenmesser bewaffnet, konnte er gerade noch „Überfall“ rufen, als auch schon ein Polizist aus einem Nebenraum hervorsprang. Aber weil der Räuber nicht auf die Anordnung „Polizei. Stehen blieben!“ reagierte, schoss der Beamte. Der Täter floh zunächst verletzt, konnte aber später gestellt werden.

Und dann auch noch den Falschen verklagt

Ob die Schüsse zu Recht oder nicht abgegeben wurden, soll uns hier nicht weiter kümmern – der Beamte wurde nicht belangt, der Täter scheiterte mit seiner Anzeige. Und nun wird er in Sachen Schmerzensgeld wohl auch scheitern: Denn bevor überhaupt über einen Schmerzensgeldanspruch verhandelt werden kann, prüft das Gericht, ob der Polizist überhaupt der richtige Beklagte ist. Der Grund ist simpel: Der Beamte war im Dienst, als er die Schüsse abgab. Und dann haftet nicht er persönlich, sondern sein Arbeitgeber, also das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Nochmal voll in die Hose gegangen für den eineiigen Räuber.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Schwerer Raub § 250 StGB

Unmittelbarer Zwang, geregelt in den Landespolizei- bzw.

Löwenhoden

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