Wenn Sie schon irgendwo einbrechen - dann stellen Sie sich bitte nicht genauso blöd an

Sonntag, 02.08.2015 PK

Christian S. (28), gelernter Maler und Lackierer, gehört zu der Sorte Einbrecher, die wohl in die Tatvorbereitung nicht allzu viel Zeit investieren. Denn am 13. April 2014, kurz vor 6 Uhr morgens, versuchte er, in den Rewe-Markt am Fürstenwall in Düsseldorf einzusteigen. Und das ging gründlich daneben…

Was muss eigentlich ein Einbrecher tun, damit sein Coup gelingt? Nun: Er muss sich ein Objekt ausgucken, planen, wie er unbemerkt rein kommt, Beute einsacken und dann nichts wie raus. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Blöd nur, wenn man allerdings alles andere als der Branchenbeste ist.

Fehler Nummer eins: 

Die Folge mangelnder Ortskenntnis: Obwohl er sich, geschickt wie eine Katze, durch einen Lichtschacht ins Gebäude hangelte, fand er sich in einem Büro statt im Supermarkt wieder. Er hatte sich schlicht verlaufen.

Fehler Nummer zwei: 

Die Folge mangelnden technischen Sachverstandes: Statt den Rückzug anzutreten, ging Christian S. durch eine Brandschutztür, von der er nicht wusste, wohin sie führte. Die Tür fiel darauf hinter ihm ins Schloss, und ließ sich von seiner Seite aus nicht wieder öffnen. S. saß fest. 

Fehler Nummer drei: 

Die Folge mangelnder Nervenstärke: Der Mann kriegte es darauf mit der Angst zu tun und rief um Hilfe, statt ruhig abzuwarten, dass zum Schichtbeginn irgendwer die Tür öffnen würde und S. weglaufen könnte. Sicherheitsleute hörten allerdings die Hilferufe und nahmen S. fest.

Einer geht noch:

Christian S. wurde darauf zu 9 Monaten Haftstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Glimpflich davongekommen, könnte man meinen. Dieser Einbruchs-Spezialist jedoch war anderer Ansicht: Er ging in Berufung – so dass wir am 19. August auf Teil zwei des Prozesses gegen ihn gespannt sein dürfen. 

Fehler Nummer vier:

Die Folge mangelnder Einsichtsfähigkeit: Das Strafmaß wird aller Wahrscheinlichkeit nach nun ziemlich sicher erhöht werden, weil der Mann zwischenzeitlich mehrfach schwarz mit der Bahn gefahren ist und sich dabei hat auch noch erwischen lassen.

Ein Tipp aus purem Mitleid

Bei der Gelegenheit raten wir dazu, nicht auch noch Fehler Nummer fünf zu machen: Klug erscheinen zu wollen. Denn die Ausrede in der ersten Verhandlung, er hätte gar nichts klauen wollen, sondern nur mal gucken, hat beim  Richter schon einmal geholfen, der damals sicher auch bereits gedacht hat: „Mein Gott, wie blöd ist das denn?“...

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Versuchter Diebstahl §§ 242 bis 244 StGB

Erschleichen von Leistungen § 265a StGB

Polizei, Verhaftung

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