Schadensersatz wegen Emojis! Frau täuschte Kaufinteresse vor

Sonntag, 11.06.2017

Wussten Sie schon, dass Emojis auch gefährlich werden können? Ja, genau, die lustigen Symbole, die man über Whatsapp & Co. verschickt. Diese sind bei einem kuriosen Rechtsfall in Israel einer Frau zum Verhängnis geworden.

Vor einem israelischen Gericht klagte kürzlich ein Mann auf Schadensersatz. Der Grund: Eine Dame hatte ihm per Textnachricht Interesse an seiner Wohnung signalisiert, die er vermieten wollte. Es gingen mehrere Nachrichten hin und her, in denen man sich darauf einigte, einen Mietvertrag aufzusetzen. Als die Interessentin dann aber doch absagte, ärgerte sich der Vermieter. Er war der Meinung, durch die Textnachrichten sei bereits ein Vertrag zustande gekommen. Er betonte dabei die fröhlichen Emojis, die die Frau ihm schickte und die aus seiner Sicht ein besonderes Interesse signalisierten: eine Tänzerin und eine Sektflasche mit knallendem Korken.

Die Textnachricht der Frau sah – frei aus dem Hebräischen – wohl so aus:

Emojis Rechtsfall

Nachdem der Vermieter mit der Frau kommuniziert hatte, löschte er die Annonce für seine Wohnung sofort wieder und bereitete den Mietvertrag vor. Dann meldete sich die Interessentin nicht mehr und teilte schließlich mit, dass sie es sich doch anders überlegt hatte. Ärgerlich, ja – aber war der Vermieter nicht auch ein bisschen voreilig vorgegangen? Das sah er wohl nicht so, denn der „Geprellte“ zog vor Gericht und verlangte von der Dame Schadensersatz.

Emojis als rechtlich wirksame Äußerung?

Das Gericht sollte nun entscheiden, wie die Emojis rechtlich auszulegen sind. War bereits ein Vertrag zustande gekommen? Das Urteil lautete: Es wurde kein Vertrag geschlossen, aber ein starkes Interesse am Vertragsabschluss gezeigt. Dafür seien auch die Sektflasche und die Tänzerin verantwortlich. Diese begeisterten Emojis hatten den Vermieter in die Irre geführt und ihn im Glauben gelassen, die Frau wolle einen Mietvertrag abschließen. Die Frau wurde zu einer Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 8000 Schekeln (etwa 2000 Euro) verurteilt.

Und was lernen wir daraus? Lieber den Daumen zurückhalten und keine Emojis verschicken – jemand könnte sie sonst missverstehen.

Auch in Deutschland gab es übrigens schon einen Prozess um ein Emoji. Nachdem ein Angestellter in einem Chat seinen Chef mit einem Schweine-Emoji bedacht hatte, wurde dieser fristlos entlassen. Das LAG Baden-Württemberg sah in dem Emoji zwar eine grobe Beleidigung, aber keinen Grund für eine Entlassung.

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