Rentner wegen der Nachstellung von Maulwürfen angeklagt

Dienstag, 03.03.2015 BJ

Als die Ermittler die Tatwaffe des Rentners „in einem Maulwurfhügel steckend“ vorfanden, war der Fall für sie klar: Mit einer selbstgebastelten Nagel-Forke hatte der Mann in heimtückischer Art und Weise Jagd auf die seit 1988 artgeschützten Säugetieren gemacht, um diese zu töten.

Die gerichtliche Aussage eines Zeugen verdeutlichte das Ausmaß der bösen Gesinnung des Angeklagten: Oft habe er den armen Tierchen im Garten aufgelauert und gewartet, bis sich im Maulwurfhügel etwas bewegte. Dann habe er mit voller Wucht zugestochen. Und obwohl die Anklage freilich nicht auf Mord lautete, musste der Angeklagte sich doch zumindest wegen des „Nachstellens besonders geschützter wild lebender Tiere“ verantworten. Doch dass der Mann tatsächlich jemals einen Maulwurf wirklich getötet hatte, konnte ihm aufgrund der sehr schwierigen Beweislage nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden.

Kriminalität im heimischen Garten

An der Tatsache, dass der Mann den Maulwürfen „an den Kragen wollte“, hatten die Richter nicht die geringsten Zweifel, schließlich wurde dieser nicht nur durch die Zeugenaussage, sondern auch durch die sorgfältig dokumentierten Polizeifotos überführt, welche eindeutig die Tatwaffe am Tatort zeigten. Und auch mit seinen Beteuerungen, er habe nur Ratten und Schermäuse gejagt, konnte er das Gericht nicht überzeugen. Erst das Berufungsgericht reduzierte dann aber doch die ursprüngliche Geldstrafe von stattlichen 1.500 Euro auf  250 Euro. Dennoch naht bereits das nächste Strafverfahren: Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft dank fleißiger und akribischer Polizeiarbeit erneut gegen den 76-jährigen Gärtner wegen neuer aktenkundiger „Maulwurfaufspießungen“…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Detmold Urt. v. 24.02.2015

§ 69 NatSchG

Maulwurfshügel

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