Merkliste für die Zellenwand: 7 Dinge, die Sie im Knast wissen müssen

Donnerstag, 28.05.2015 PK

Sie haben vor oder planen einen ausgedehnten Aufenthalt in Ihrem persönlichen Lieblingsknast? Dann hier ein paar Tipps von uns, damit Sie wissen, auf was Sie sich freuen dürfen...

1. Besuchszeiten

Natürlich würden Sie am liebsten Ihre Frau/Freundin oder den besten Freund sehen. Geht leider nicht – privater Besuch darf, je nach Gefängnis, eine Stunde pro Monat am Wochenende oder zweimal eine Stunde pro Monat an Wochentagen kommen. Wer jederzeit kommen darf, ist Ihr Anwalt. Mit ihm dürfen Sie als ein Häftling so oft und so lange reden, wie erwill. Dummerweise lässt er sich das bezahlen.

2. Licht aus um eins

Um ein Uhr nachts – am Wochenende um zwei Uhr – wird der Strom in den Zellen abgeschaltet. Planen Sie das unbedingt mit ein, wenn Sie für Ihren Ausbruch eine eingeschmuggelte elektrische Bohrmaschine verwenden.

3. Fleiß zahlt sich aus

Gefangene arbeiten in der Wäscherei, in der Bibliothek oder als Schlosser. Letztere sind in einigen JVAs dafür zuständig, das Gebäude instand zu halten, indem sie z.B. die Gitterstäbe vor den Fenstern herstellen und ersetzen. Bewerben Sie sich für diesen Arbeitsbereich. Wenn Sie dann nicht schnell rauskommen, haben Sie selbst Schuld.

4. Die offizielle Währung

Gefangene verdienen pro Stunde etwa 1,20 €. Allerdings wird das Geld nicht bar ausgezahlt, sonder es kann zu drei Siebtel für den Einkauf persönlicher Dinge verwendet werden (Zigaretten, Kaffee, Schokolade). Vier Siebtel des Geldes werden für die Zeit nach der Entlassung gespart. Davon haben Sie natürlich nichts, wenn Sie ausbrechen.

5. Die inoffizielle Währung

Im Knast gibt es kein Bargeld.  Bezahlt wird in Zigaretten, weshalb auch Nichtraucher immer etwas Tabak besitzen sollten. Auch Kaffee und gewisse „Dienstleistungen“ (Seife aufheben) werden als Zahlungsmittel anerkannt.  

6. Wer oben steht, und wer unten

Identität und Individualität enden am Gefängnistor – und die Rolex hat man Ihnen abgenommen. Anerkennung erhalten Sie jetzt nur noch durch Cleverness und physische Überlegenheit. Wenn sie Glück haben, sind Sie Bankräuber oder Zuhälter. Die stehen in der Knast-Hierarchie höher als Ladendiebe und Urkundenfälscher. Glück ist, wenn man Sie nicht als Sexualstraftäter verurteilt hat – so haben Sie wenigstens noch eine Knast-Kaste unter sich.

7. Der beste Ratschlag überhaupt

Der beste Knast-Tipp stammt vom Schriftsteller Ludwig Lugmeier, der wegen einiger Überfälle auf Geldtransporter selbst einsaß. Er rät, sich gar nicht erst erwischen zu lassen. 

Warum wir das schreiben

Knast ist eben recht unerfreulich – und man gewöhnt sich nicht daran. Doch wir finden, dass Sie wissen sollten, was Sie im Zweifel erwartet. Man weiß ja schließlich nie…

Gefängniszelle mit Gitter

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