Eine wahrhaft täuschend echte Brautentführung

Mittwoch, 19.08.2015 PK

Ein schwarzer 7er BMW mit Blaulicht. Vier Männer mit Sturmhauben und schwarzen Kampfanzügen springen heraus – und mit Pistolen bewaffnet sind sie auch noch. Eine Szene wie aus einem Action-Krimi. Doch als einer der Männer auch noch ein Maschinengewehr aus dem Kofferraum holt, wird es einer Zeugin der Szene dann doch zu „echt“: Sie ruft die Polizei…

…und die rückt mit zehn Streifenwagen und einem Hubschrauber an. Immerhin 45 Minuten dauert es, bis die Polizei den BMW in einer Seitenstraße findet. Die dunklen Gestalten neben dem Wagen, lachend – und in ihrer Mitte eine entführte Braut. Die Waffen? Spielzeug. Die Geisel? Bester Laune, liegt vielleicht am Sekt, den sie schon intus hat.

Die Polizei fand es nicht wirklich komisch

„Das sah alles wirklich täuschend echt aus“, sagte ein Polizeisprecher über den Vorfall, der sich Ende Juni 2015 in Apen (Kreis Ammerland) ereignet hatte. Witzig fand die Polizei den Großeinsatz übrigens gar nicht. Es hätte ja wirklich ein Raubüberfall oder ein Terroranschlag dahinter stecken können.

Ein echt teures Überraschungsgeschenk

Die Prüfung, ob die Beteiligten nun für den Polizeieinsatz aufkommen müssen, ist zum Glück zu Gunsten der Partygäste ausgegangen. Ein ziemlich üppiges Hochzeitsgeschenk, das die Polizei da macht. Immerhin kostet ein Hubschrauberflug bis zu 60 Euro – pro Minute! Die Polizei zeigte aber nur deshalb Nachsicht, weil die „Entführer“ vorher in der Nachbarschaft Bescheid gesagt hatten, welche Aktion da läuft. In der ganzen Nachbarschaft? Dummerweise nicht: Eine Nachbarin hatten sie vergessen – und die hat prompt den Großalarm ausgelöst...

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Grober Unfug § 118 OWiG

Mann mit Waffe im Scheinwerferlicht

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