Wenn Hoss, Adam und Ben wieder die Knarre auspacken müssen

Donnerstag, 27.11.2014 HH

Eine abgelegene Ranch. Um Mitternacht öffnen dunkle Gestalten die knarrenden Gatter und treiben mit Lassos die Kühe zusammen. Dann reiten sie mit den gestohlenen Rindern Richtung Horizont in die Nacht hinein…

Was sich aber wie eine klassische Szene aus „Bonanza“ anhört, bekommt in Deutschland immer mehr Realität: Die Viehdiebe sind wieder unter uns!

Der wilde Osten

Am Abend war noch alles in Ordnung: 

In einem kleinen Dorf an der Brandenburger Grenze hatten die dreißig Milchkühen mit ihren zwölf Kälbchen den ganzen Tag friedlich auf der Weide gegrast. Nach der Fütterung wurde die Herde dann in den Stall zum Schlafen gebracht. Soweit war alles wie immer. Als Bauer Möls aber am nächsten Morgen in den Stall kam, beschlich ihn ein seltsames Gefühl. Die völlige Benommenheit des Hofhundes „Barry“ war ungewöhnlich. Dann der Schreck: Es waren nur noch die älteren Kühe da, von den Jungtieren fehlte jede Spur. 

Die Sheriffs sind ratlos

Das ist leider kein Einzelfall. Immer mehr Bauern, vornehmlich an der ostdeutschen Grenze, werden Opfer von Tierdiebstählen. Aber nicht nur „große“ Tiere, auch Schweine, Schafe, Gänse und sogar Hühner verschwinden über Nacht spurlos und werden nie wieder gesehen. Die Polizei vermutet organisierte Banden aus Osteuropa, die offensichtlich auch den aufwändigen Gefangenentransport mit einem LKW nicht zu scheuen scheinen. Butch Cassidynski lässt grüßen.

T-Bone-Steaks oder Teufelsanbeter

Doch welches Schicksal erwartet die armen Viecher? Wahrscheinlich werden die Unglücklichen mit gefälschten Papieren in Osteuropa verkauft oder heimlich geschlachtet, um das Fleisch unter der Hand zu verkaufen. Auch schwarze Messen von Satansanhängern waren schon Gegenstand von - zugegebenermaßen eher wilden -  Spekulationen.

Doch so oder so: Da man keinem Bauern wirklich raten sollte, sich wieder selbst mit dem Gewehr auf die Lauer zu legen, und das Aufknüpfen des Viehdiebes am nächsten Baum auch nicht mehr unbedingt zeitgemäß ist, wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis „Little Joe“ auf der Ponderosawieder beruhigt durchschlafen kann…

Kuhschmatzer

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