Christmas Crimes – als der Weihnachtsmann gelyncht wurde

Dienstag, 09.12.2014 PK

Weihnachtsmänner mit Maschinenpistolen, eine deutsche Familie als Geiseln, eine laufende Fahndung nach dem dicken Mann mit Bart – nicht überall ist Weihnachten ein Fest der Liebe…

Der wohl spektakulärste Weihnachtsraub ereignete sich am 23. Dezember 1927:

 Ein kleiner, rundlicher Weihnachtsmann stapft durch den Ort Cisco (Texas), sammelt einen ganzen Tross von begeisterten Kindern um sich und marschiert mit ihnen und drei Komplizen schnurstracks in eine Bank. Dort jedoch zieht „Santa Claus“ und die anderen Männer einen Revolver, und wenige Minuten später fällt der erste Schuss.

Die blutige Bilanz nach tagelangem Kugelhagel: Zwei tote Sheriffs, ein toter Gangster, und Santa, der von sechs Kugeln getroffen schwer verwundet zu Boden geht. Zwei seiner Komplizen werden ebenfalls lebend gefasst.

Auf den elektrischen Stuhl kam er nicht

Der kriminelle Weihnachtsmann (mit bürgerlichem Namen Marshall Ratliff) sollte nun eigentlich auf den elektrischen Stuhl. Dort kam er aber nie an, weil ein Lynch-Mob ihn aus dem Gefängnis holte. Man fand ihn später erhängt an einem Telegraphenmast.

Auch wir sind nicht sicher

Kann uns in Deutschland nicht passieren? Leider doch: Weihnachten 2009 wurde in Schwerin eine Familie von zwei als Weihnachtsmänner verkleideten Tätern im eigenen Haus überfallen. Anschließend hoben diese mit der EC-Karte und der unter Gewaltandrohung erpressten PIN-Nummer 1000.- € vom Konto der Familie ab. Zum Glück wurden die beiden Männer gefasst. Im März 2014 verurteile nun das Landgericht Schwerin den 26-jährigen Denny P. zu elf, den 30-jährigen René P. zu zehn Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Für René P. wurde zudem wegen seiner Gewalttätigkeit Sicherungsverwahrung angeordnet. 

Einer ist noch auf der Flucht

Und noch ein erschreckend aktueller Fall: Nikolaustag  2014. Ein als Weihnachtsmann verkleideter Räuber stürmt in ein Matratzen-Geschäft in Offenburg (Baden-Württemberg) und bedroht die Verkäuferin mit einem Messer. Und obwohl diese ihm die gesamten Tageseinnahmen übergibt, sticht der Mann zu. Die Frau liegt momentan schwer verletzt im Krankenhaus. Nach dem Nikolaus-Räuber wird gefahndet.

Müssen wir jetzt außer vor Clowns auch noch vor dem Nikolaus Angst haben?…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Erpresserischer Menschenraub § 239a StGB, Schwerer Raub § 250 StGB, Gefährliche Körperverletzung § 224 StGB, Sicherungsverwahrung § 66 StGB

Nikolaus

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