Der Letzte bringt den Müll raus

Mittwoch, 07.01.2015 PK

Ab sofort werden sich Richter und Staatsanwälte in Frankfurt am Main wohl beeilen, zum Feierabend das Behördengebäude so schnell wie möglich zu verlassen. Denn seit 1. Januar gilt eine neue Verwaltungsanordnung: Der Letze muss den Müll mitnehmen...

Wenn man bedenkt, wie viel Richter und Staatsanwälte verdienen, ist das wohl Deutschlands teuerste Putzkolonne. Vom offiziellen Reinigungspersonal wird nämlich nur noch das Altpapier weggeräumt. Und dazu zählen weder Teebeutel, noch Orangenschalen oder Keksverpackungen. Um diese Abfälle müssen sich die Juristen ab jetzt laut Anordnung selber kümmern. 

Professionelle Putzfrauen abgeschafft

Doch das ist erst der Anfang: Eine Richtlinie aus dem Jahr 2010 besagt, dass dies zukünftig für alle Dienstgebäude der Landesverwaltung gelten soll – und zwar jeweils ab dem Zeitpunkt, wenn die Verträge mit den externen Reinigungsfirmen auslaufen.

Weniger Zeit für Verhandlungen?

Erwartungsgemäß zeigt der Richterbund wenig Begeisterung für den Einsatz der hoch bezahlten Juristen als Reinigungskraft. Dabei will das Land Hessen mit dieser Maßnahme Geld sparen – und deshalb dürfen die Richter auch gleich noch die Blumen in ihren Diensträumen selbst gießen sowie Staub auf Bildern oder Pokalen wischen. Ob sich durch diese Mehrbelastung Gerichtsverfahren verzögern werden, wurde bisher noch nicht untersucht.

Man(n) kann ja zu Hause üben

Das Justizministerium erklärte übrigens, die Richtlinie stamme nicht aus ihrem Ressort, sondern vom hessischen Immobilienmanagement, das dem Finanzministerium untersteht.

Sei’s drum: Diejenigen Juristen, die noch etwas ungeübt in ihrem neuen Aufgabenbereich sind, können sich ja von erfahrenen Kollegen unterweisen lassen und das Gelernte dann zu Hause üben. Die Ehefrauen werden begeistert sein.

Richter

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