Geheimagent auf Abwegen: Möchtegern-007 narrt Göttinger Polizei

Donnerstag, 05.11.2015 PK

Ab heute rennen Massen ins Kino, um den wohl spektakulärsten Bond-Film aller Zeiten zu sehen. Da jagt Ihrer Majestät bester Vollstrecker wieder einmal der Menschheit niederträchtigste Subjekte. Passiert nur im Film? Nein – denn Ähnliches ereignete sich kürzlich in Göttingen. Nur, dass diesmal „James Bond“ der Gejagte war...

Nichts ahnend betrat der, den anschließend alles für James Bond halten mussten, Anfang September die Innenstadtwache der Göttinger Polizei. Grund: Der Mann hatte seinen Reisepass verloren. An sich hätte er natürlich damit rechnen müssen, dass Polizisten in  solchen Fällen grundsätzlich eine Überprüfung der Personalien vornehmen. Aber das hatte der Mann mit geheimer Identität wohl vergessen. Und so kam zu seiner Überraschung heraus: Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Entweder er zahlt sofort 30 Euro, oder gerät ersatzweise für zwei Tage in die Verließe der staatlichen Schergen. 

Filmreifer Sprung aus dem zweiten Stock

Doch was ein echter Bond ist, kann so etwas natürlich actionreich verhindern: Mit einem waghalsigen Sprung aus sechs(!) Metern Höhe erlangte der Mann seine Freiheit zurück. Denn gerade als einer der Beamten ihn auffordern wollte, seine Taschen auszuleeren, machte „Bond“ plötzlich einen Satz nach vorn und sprang durch ein geöffnetes Fenster, landete zunächst auf einem Abdeckungsblech der ersten Etage und rollte sich von hier aus filmreif ab, so dass er elegant auf den Füßen unten ankam und sofort weglaufen konnte.

Der Spion, der sich freikaufte

Versuche, ihn festzuhalten oder ihn im Zuge einer sofort eingeleiteten Großfahndung aufzuspüren, blieben erfolglos. War doch klar: Solche Aktionen klappen nie, wenn man es mit einem Agenten mit Doppel-Null-Ausbildung zu tun hat. Dass es sich wohl tatsächlich um den britischen Weltretter gehandelt haben könnte, wird durch eine bemerkenswerte Wendung in diesem Fall unterstrichen: Einige Stunden nach dem tollkühnen Hechtsprung aus dem Fenster der Polizeiwache meldete sich dort die Gerichtskasse per Telefon, dass soeben 30 haftbefreiende Euro eingezahlt worden waren. Woher der Geflohene plötzlich das Geld hatte, wurde nicht geklärt. Wir können es uns dennoch denken: ehrlich gewonnen beim „Black Jack“ im Spielcasino. Woher denn sonst?

James Bond

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