Die fiese Porno-Rache für verschmähte Liebe

Mittwoch, 20.05.2015 PK

Auge um Auge, Zahn um Zahn – nach diesem alttestamentarischen Motto stellen immer mehr Verschmähte kompromittierende Nacktaufnahmen ihrer Ex-Partner auf eigens dafür angelegte „Mobbing-Plattformen“ ins Internet. Für die Betroffenen ist der Gang zum Gericht dann oft die einzige Möglichkeit, zu bewirken, dass ihre Fotos gelöscht werden - meist mit recht zweifelhaftem Erfolg, denn das Internet vergisst nichts so schnell. Jetzt scheint es diesen Rache-Porno-Plattformen allerdings endlich an den Kragen zu gehen…

Selbstmorde aus Verzweiflung

„Internet“- oder „Cybermobbing“ nennt man diese Art von perfider Rache. Und es wird höchste Zeit, dass die Plattformen, die ausschließlich der Diffamierung dienen, stillgelegt werden. Denn die Wirkung dieser Seiten können gefährliche Folgen haben: In Amerika und Großbritannien gab es bereits mehrere Selbstmorde junger Menschen, die dem Druck nicht mehr gewachsen waren. Deshalb wurde auch Mitte 2011 die Mobbing- Seite „I share gossip“ abgeschaltet. Zum Glück, denn digitale Pranger sind keineswegs modern und hip – sie ähneln vielmehr den Prangern, die ab dem 13. Jahrhundert auf öffentlichen Plätzen standen.

18 Jahre Haft für einen Seitenbetreiber

Auch Gerichte haben inzwischen endlich erkannt, dass dieser Teil des Internets gegen die Menschenwürde verstößt. In den USA wurde jetzt der Betreiber einer solchen Pranger-Seite  deswegen sogar zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann veröffentlichte auf seiner Rache-Porno-Seite tausende peinliche Fotos ohne Wissen der Abgebildeten und erpresste sie anschließend.

Auch in Deutschland droht Gefängnis

Aber auch wer solche Bilder auf  Facebook veröffentlicht, sollte sich der eventuellen Konsequenzen bewusst sein: Denn bereits im Dezember 2014 wurde ein Kalifornier zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er über Facebook Nacktfotos seiner Ex-Freundin verbreitet hatte. Dieses Urteil entspricht in etwa unserem deutschen Recht: Denn nach § 201a StGB kann es auch hier einen solchen Cyber-Mobber bis zu ein Jahr hinter Gitter bringen! Und nicht nur das: Obendrein steht dem Opfer ein Schmerzensgeld zu, das nicht unerheblich sein kann…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen § 201a StGB

Frau, Cyber-Mobbing

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