Versteckte Kamera oder drittklassiger Krimi? Liebhaber bekommt Foto von toter Frau

Sonntag, 26.07.2015 PK

Eine Frau liegt bäuchlings auf dem Boden, neben ihrem Kopf eine riesige Blutlache. Doch was wie ein echter Tatort aussieht, ist in Wahrheit das Ergebnis einer extrem ungewöhnlichen Beziehungskrise…

Ein weiterer, schrecklicher Beziehungsmord? Moment, nicht so schnell! Sie ahnen natürlich, dass diese brutale Szene eine Vorgeschichte hat. Und die liegt bereits einige Jahre zurück: 

Wie alles begann

Eine verheiratete Frau aus Bückeburg (Niedersachsen) und ein ebenfalls verheirateter Mann aus Bonn lernten sich damals in einem Internet-Chatforum kennen. Doch bei der Distanz blieb es nicht – irgendwann kamen sich die beiden näher und begannen eine Affäre, die sich jahrelang hinzog. Doch nicht nur im Film, sondern auch im richtigen Leben bleiben solche Liebesbeziehung selten unentdeckt: Der gehörnte Ehemann kam schließlich dahinter… Und dann hat er sie umgebracht?

Die Frau musste sterben

Nein, immer noch nicht! Denn das Ehepaar hatte sich darauf gründlich ausgesprochen und wieder versöhnt...Und wann brachte er sie nun endlich um? Seien Sie doch nicht so ungeduldig, liebe Leser, die Geschichte geht ja noch weiter: Der Liebhaber aus Bonn dachte nämlich gar nicht daran, sich einfach so abservieren zu lassen. Er veranstaltete einen regelrechten Mail-Terror, indem er beharrlich anzügliche Texte und schlüpfrige Fotos per E-Mail, vor allem an den Ehemann seiner Ex-Geliebten, schickte. Das Bückeburger Ehepaar sah nur einen Ausweg: Die Frau musste sterben, damit der Typ Ruhe gibt.  

Der perfekte Mord ist keine Kunst

Und dann wurde sie endlich um die Ecke gebracht? Na ja, fast, also zumindest sah es so aus auf dem Foto, das der aufdringliche Liebhaber per E-Mail bekam. Der war erwartungsgemäß zutiefst geschockt - und rief natürlich prompt die Polizei in Bückeburg an. Die rückte umgehend aus und fand die vermeintliche Leiche. Quicklebendig! Die Spurensicherung am Tatort ergab: Das Blut war Ketchup. Die Polizei kommentierte darauf den Fall in ihrer Pressemeldung: „Manch ein Polizeibeamter fragt sich hin und wieder, ob er gerade vor die Linse der Versteckten Kamera oder an den Drehort eines drittklassigen Kriminalfilms geraten ist…“ Wie dem auch sei: Zum Glück ein Krimi ohne Leiche.

Ob das Paar für die Kosten des Einsatzes zahlen muss, ist noch nicht geklärt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Vortäuschen einer Straftat § 145d StGB

Polizeiabsperrung

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