GEZ-Gebühr für Haustiere

Dienstag, 03.05.2016 PK

Auf eines ist in Deutschland Verlass: Der Beitragsservice des Fernsehens, ehemals GEZ, vergisst niemanden. So bekam Anfang 2015 ein gewisser Janosch Staedtler eine Aufforderung, die Zwangsabgabe des „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservices“ zu bezahlen. Das Problem: Janosch ist ein Jagdhund...

Zwar guckt Janosch gelegentlich gelangweilt den Fernseher an, wirkliches Interesse aber zeigt er nicht an dem Programm. Es kommen wohl zu wenig Hunde darin vor. Und Gebühren zahlen kann er auch nicht – er verfügt nämlich, wie vermutlich die meisten seiner Artgenossen, über kein Bankkonto. 

Das Internet macht's möglich

Wie es zu diesem unsinnigen Missgeschick kommen konnte, ist bis heute ungeklärt. Womöglich wurde der Fall Janosch ausgelöst durch einen Scherzbold, der das Tier im Internet über die Seite „rundfunkbeitrag.de“ angemeldet hat. Also nur ein schlechter Scherz?

Selbst Gutachten gegen Zwangsabgabe

Denn als schlechten Scherz, sogar als absurde Abzockerei, betrachten mittlerweile viele den „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“, der mit über 200 Euro pro Kopf und Jahr zu Buche schlägt. Deutschland ist damit übrigens in der Gruppe der teuersten Fernsehländer in Europa. Dabei gibt es auch in den etablierten Parteien durchaus Stimmen, die für ein Abschaffung der Zwangsabgabe plädieren. In dem Gutachten sprach sich ein Gremium von 32 Professoren, die Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beratend zur Seite stehen, dafür aus, das System neu zu überdenken. 

Irgendjemand klopft immer an die Tür

Bis es soweit ist, setzt die GEZ ihre Forderungen mit allen Mitteln durch. Sogar der Berliner AfD-Landesvorsitzenden Beatrix von Storch ist, ausgerechnet am 1. April, das Konto gepfändet worden, weil sie die Zahlung des Rundfunkbeitrag kategorisch verweigert. Kein Aprilscherz! Und man weiß nie, wer da plötzlich vor der Tür steht und Geld verlangt. Denn in jedem Bundesland ist die Zuständigkeit bei Vollstreckungen anders geregelt. Es können zum Beispiel die Finanzämter, die Kommunen oder auch Gerichtsvollzieher tätig werden.

Mit einem Bein im Knast

Jagdhund Janosch kann das egal sein. Denn wenn ihm jemand seinen Lieblings-Knochen aus der Hundehütte pfänden will, wird er das sicher zu verhindern wissen. Und nur weil er nicht zahlen will, steckt man ihn noch lange nicht ins Tierheim. Bei seinem Herrchen wäre das anders: Menschen können nämlich durchaus in Haft genommen werden, wenn der Beitragsservice es beantragt…

 „GEZ-Gebühren nicht gezahlt – Frau musste für 61 Tage in den Knast!“

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§ 12 Rundfunkstaatsvertrag

Hund im Bett

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