Schluss für Vogelspinne, Kobra & Co.

Montag, 03.11.2014 PK

Immer häufiger büchsen Giftschlangen, Vogelspinnen und Skorpione aus privaten Terrarien aus. Und immer öfter muss die Feuerwehr ran, um die Flüchtlinge wieder einzufangen. Doch zumindest in NRW soll damit bald Schluss sein.

Dem Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) reicht’s: Er will alle gefährlichen Haustier-Exoten verbieten! Denn eine eigens gegründete Reptiliengruppe der Düsseldorfer Feuerwehr musste allein in diesem Jahr bereits 57 Mal ausrücken, weil sich irgendein possierliches Gifttierchen aus seiner heimischen Umgebung verabschiedet hatte. Die Feuerwehr Köln fing bei ihren Einsätzen dabei immerhin schon 19 Schlangen, vier Vogelspinnen, drei Geckos und acht Bartagamen wieder ein.

Gefahr für Menschenleben

Ziel eines neuen „Gefahrtiergesetzes“ ist es, künftig Menschenleben besser zu schützen und Kosten, die durch Feuerwehr-Einsätze entstehen, zu vermeiden.

Zu den Tieren, deren Haltung in privaten Wohnungen verboten werden soll, gehören einige Skorpionarten, Kegelschnecken, Steinfische, Giftschlangen, Kaimane und Komodowarane. Aber auch für Wölfe, Hyänen und die meisten Affenarten sowie Raubkatzen soll die Haltung untersagt werden.

Der mit dem Krokodil tanzt

Abschaffen müssen Besitzer solcher Tiere ihre kleinen Kuschelfreunde allerdings nicht. Aber melden. Und ihre Sachkunde nachweisen. Wichtig auch: Wer Großechsen oder Riesenschlangen hält, muss eine spezielle Haftpflichtversicherung vorweisen. Denn auch für exotische Tiere gilt die „verschuldensunabhängige Haftung“. Das heißt: Wessen Krokodil die Katze des Nachbarn frisst, muss in jedem Fall für den Schaden aufkommen (§ 833 BGB).

Wie sollte es anders sein

Übrigens braucht man für exotische Tiere meist eine CITES-Bescheinigung (Convention of the International Trade with Endangered Species of Wild Flora and Fauna) – das Dokument, das einen legalen Import oder die genehmigte Nachzucht artenschutzrechtlich geschützter Tiere beweist.

Und was sagt der Vermieter?

Wenn der Mietvertrag die Haltung von Kleintieren gestattet, dann dürfen auch z. B. Bartagamen (kleine Echsen) gehalten werden (AG Essen: 9 C 109/95).

Und selbst wenn Nachbarn sich ekeln, ist dies kein Argument für den Vermieter, die Haltung von z. B. Schlangen zu verbieten, sofern keine besonderen Gefahren von dem Tier ausgehen (AG Bückeburg:73 C 353/99). 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG Essen: 9 C 109/95, AG Bückeburg:73 C 353/99

§ 833 BGB

Weiße Schlange mit Ei

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