Gefälschte McDonald's Gutscheine: Juristin drohen 3 Jahre Haft

Sonntag, 25.02.2018

Wir sagen es gleich vornweg: Entschieden ist in dieser eigenwilligen Geschichte noch nichts. Freispruch oder bis zu drei Jahre Haft, alles bleibt möglich. Da es sich des trotz des Schauplatzes, einer McDonalds-Filiale in Wien, um recht leichte Kost zu handeln scheint, wollen wir diese Geschichte dennoch schon erzählen.

Im Zentrum des Geschehens steht, so berichten es „Der Standard“ und andere Zeitungen, eine Juristin im Alter Anfang 40. Sie wird des versuchten schweren Betrugs bezichtigt, was in Österreich in einer dreijährigen Haftstrafe enden kann. Der Vorwurf: Die Frau soll McDonalds-Gutscheine für 50 Euro gefälscht haben, die sie in ihrer Lieblingsfiliale einsetzen wollte. Hier allerdings scheiterte sie am aufmerksamen Personal.

Der Stand der Verhandlung

Unstrittig scheint, dass es sich bei den Gutscheinen tatsächlich um Fälschungen handelt. Unklar dagegen ist, ob die Beklagte selbst auf einen Betrug hereinfiel oder ihn begangen hat. Sie selbst beteuert, die Gutscheine im guten Glauben per Email erhalten zu haben. Um die genaue Herkunft zu klären, ist nun ein Sachverständiger am Werk.

Mit Vorspann: Der bisherige Prozessverlauf

Das bisherige Geschehen vor Gericht entbehrt nicht einer gewissen Dramatik, denn der Gerichtsakt hat eine Ouvertüre. So soll die Beklagte 2013 in ihrer damaligen Stamm-Filiale versalzene Pommes erhalten und sich darüber beschwert haben. Statt einer Entschuldigung sei sie – in Anwesenheit ihres Freundes – auch noch wegen ihrer Schwerhörigkeit verhöhnt worden. Die Folgen: Der Gang zur Gleichbehandlungskommission, der erfolgslos blieb, und die Trennung: Ihr Freund, ein „sehr konservativer“ Mann, habe sie nach dem Vorfall verlassen.

Trotz dieser Misere blieb die Frau McDonalds treu, wechselte jedoch die Filiale. Es half nichts. Sie erhielt zwar weiterhin (echte) Gutscheine, ihr wurde jedoch unter anderem verboten, eigene Getränke mitzubringen, die Bestellungen kamen verzögert und es gab unschickliche Fragen, zum Beispiel, warum sie überhaupt so oft da sein könne (weil sie dort ihre juristischen Artikel schreibt).

Sie wiederum reagierte mit Beschwerden beim Kundendienst, was schon mal zu 20, 30 Anrufen führen konnte, pro Tag. Trotz oder gerade aufgrund dieses Zwists, es wurde nicht besser. Man warf ihr nach eigenen Angaben öffentlich vor, die Toilette zu verschmutzen. Ihre neue Stammkundenkarte enthielt plötzlich „Schwanz“ als Nach- und „Leck mich am“ als Vornamen. Sprich: Es wurde unappetitlicher. Die Details belegen jedoch einen gewissen Ehrgeiz auf beiden Seiten. Könnte es daher sein, dass hier eine Kundin mit gefälschten Gutscheinen in die Falle gelockt wurde? Der IT-Sachverständige wird’s klären, Fortsetzung folgt.

Ronald McDonald vor Filiale

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