Der Weihnachtsmann hat hinter Gittern nichts verloren

Mittwoch, 23.12.2015 PK

Zu Weihnachten 2014 bekam ein Insasse der JVA Rosdorf (Niedersachsen) von seinen Eltern ein Päckchen. Darin befand sich neben anderen Aufmerksamkeiten auch ein Schokoladen-Weihnachtsmann. Aber den durfte der Häftling nicht behalten: die Wächter beschlagnahmten umgehend den „gefährlichen Gegenstand“…

Des Rätsels Lösung: Schokoladen-Weihnachtsmänner stellen ein Sicherheits-Risiko dar, weil man darin allerhand verbotene Sachen wie zum Beispiel Drogen oder SIM-Karten ins Gefängnis schmuggeln könnte. Die Bediensteten der JVA fuhren also erst einmal schweres technisches Gerät aus: ein Röntgen-Apparat durchleuchtete den Schoko-Hohlkörper. Nichts auf dem Schirm. Ein Drogenspürhund bemühte sein Schnüffelorgan. Keine Auffälligkeiten. Auf die Idee, den Weihnachtsmann zu wiegen und mit der Gewichtsangabe auf der Verpackung zu begleichen, kamen die besorgten Beamten nicht. Trotzdem blieb die dekorative Leckerei unter Verschluss – aus Sicherheitsgründen!

Verdacht auf Drogen oder Sprengstoff

Der Empfänger Peter W., der sich in Sicherungsverwahrung befand, klagte daraufhin vor Gericht, um in den Besitz seiner Schokolade zu kommen. Und scheiterte auch dort: Die JVA war im Recht, da sich auch mit den angewandten Prüfmethoden nicht ausschließen ließ, dass nicht doch vielleicht Drogen, Sprengstoff, Messer oder eine Säge in der Schokolade steckte…

Prüfung bestanden, guten Appetit

Auf die alles sicherstellende Prüfmethode kam der Gefangene dann selbst: Er zertrümmerte vor Gericht den Schoko-Weihnachtsmann – und durfte anschließend in seine Zelle zurückkehren. Mit einer Handvoll Schokokrümel.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

LG Göttingen - 62 StVK 18/15

Schokonikolaus

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