Vorsicht: Gefährliche Drogen aus dem Küchenschrank

Dienstag, 12.01.2016 PK

Sie glauben, Sie hätten ganz sicher keine Drogen im Haus? Wir wetten dagegen! Denn in beinahe jedem Haushalt lauern Rauschmittel, ohne dass man davon weiß. Und von vielen geht eine tödliche Gefahr aus. Sie werden überrascht sein...

Korrekt und nach ärztlicher Anweisung dosiert wirken Reisetabletten gegen Übelkeit und Schwindel. Wirkstoff: das Antihistaminikum Diphenhydramin. Ein scheinbar harmloses Mittel, das oft auch Kindern gegeben wird. Eine Überdosis jedoch kann Halluzinationen auslösen. Und nicht gerade die angenehmsten: Betroffene berichten von eingebildeten Spinnen unter der Haut. Nebenwirkungen, die das Zeug aber wirklich gefährlich machen: Herzrasen und Krampfanfälle.

Die Dosis macht das Gift

Ein Genuss zu Blumenkohl und Kartoffelgerichten: die Muskatnuss. Doch auch die hat gefährliche Nebenwirkungen. Denn nicht einmal ein Esslöffel voll hat dieselbe Wirkung wie Ecstasy. Verantwortlich dafür ist der Inhaltsstoff Myristicin. Junkies, die sich damit ins Reich der Träume katapultieren, müssen die Gefahr schwerer Psychosen in Kauf nehmen. Vergiftungserscheinungen treten bereits ab einer Menge von vier Gramm auf, 20 Gramm Muskat kann zum Herzstillstand führen.

Rechtzeitig aufhören

Ein beliebtes Linderungsmittel in der Schnupfenzeit: Nasenspray. Aber auch darin steckt meist eine keineswegs harmlose Droge: das Xylometazolin, das Blutgefäße in den Schleimhäuten abschwellen lässt. Verwendet man das Mittel allerdings länger als sieben Tage hintereinander, setzt bereits eine Sucht ein. Und weil man dann nicht mehr ohne Nasenspray auskommt (die Schleimhäute schwellen nämlich dann übermäßig stark an), können Geruchs- und Geschmackssinn dauerhaft beeinträchtigt werden!

Der Rausch, der in den Wahnsinn führt

Einen regelrechten Daueralptraum erlebt, wer eine Flasche Hustensaft auf einmal zu sich nimmt. Verfolgungswahn und Schwindelgefühle sind die Folge. Weil das Hormon Dopamin ausgeschüttet wird. Und das blockiert Teile des Gehirns – hat also eine ähnliche Wirkung wie Lachgas. Witzig ist das allerdings nicht: Eine Folge davon kann Schizophrenie sein.

Die Droge lauert im Badezimmer

Dass man Klebstoffe, Nagellackentferner oder Felgenreiniger besser nicht schnüffelt, ist bekannt. Junkies schwören zwar auf die Glücksgefühle, die die ethylacetathaltigen Gase auslösen, nehmen aber lebensbedrohliche Nebenwirkungen in Kauf: irreversible Hirnschäden, Koma, Leukämie und Atemlähmung. 

Aber nicht minder gefährlich sind Deosprays. Das Treibgas, meist Propan oder Butan, verdrängt quasi den Sauerstoff aus dem Blut. Die Folge ist das sogenannte Sudden-Sniffing-Death-Syndrom – der plötzliche Schnüffeltod.

Was Oma hilft, bringt den Enkel um

Bleibt noch eine letzte Droge, die Großeltern besser vor ihren Enkeln verschließen sollten. Es sind verschreibungspflichtige Schmerzpflaster, die den Stoff Fentanyl enthalten. Sie dienen unter anderem der Linderung von Gelenkschmerzen. Wer aber auf so einem Pflaster lutscht oder es gar verschluckt, nimmt über die Schleimhäute eine Substanz auf, die hundertmal stärker wirkt als Morphium. Das zu überleben, ist nicht besonders wahrscheinlich.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlagen I bis III

Alchimistischer Totenschädel

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