Wenn Banker zu Terroristen werden…

Donnerstag, 16.07.2015 PK

Fünf vermummte Männer in Schwarz. Vor ihnen einer im orangefarbenen Overall, gefesselt und auf Knien. Diese Szene erinnert stark an die schockierenden Enthauptungsvideos, die wir von IS-Terroristen kennen. Und genau das war auch die Absicht der „Darsteller“…

Das Video, das sechs Mitarbeiter der in London ansässigen Großbank HSBC während eines Büro-Ausflugs drehten, stellte die Enthauptung eines Menschen nach. Die sechs Beteiligten fanden das komisch – sie veröffentlichten das geschmacklose Video sogar über den Online-Dienst „Instagram“. Doch diese Scheinhinrichtung nach dem Muster der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ fand bei weitem nicht überall Beifall. 

Der Chef wird schon nichts merken

Vor allem nicht bei den Vorgesetzten der sechs Möchtegern-Schauspieler: Denn obwohl das Video gleich wieder aus dem Internetportal gelöscht wurde, konnte man es auch später noch sehen. Denn die britische Zeitung „The Sun“ hatte den Acht-Sekunden-Film bereits auf seine eigene Webseite gestellt. Vielleicht kann man als Bankangestellter nicht unbedingt damit rechnen, dass Vorgesetzte ausgerechnet die auflagenstärkste englischsprachige Tageszeitung lesen - aber man sollte es tun, wenn einem der eigene Job lieb ist. Denn diese sechs wurden jedenfalls fristlos entlassen – die Bank entschuldigte sich öffentlich.

Nicht wieder gutzumachender Schaden

Der Image-Schaden indessen ist immens und dürfte sich noch eine Weile halten – schließlich ist ein solches Video Öl im Feuer all derer, die Banker schon immer für Halsabschneider gehalten haben…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund

§ 626 BGB

Dschihadflagge

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