"Quasi normale Leute": (K)eine Diskriminierung von schwulen Kickern

Samstag, 19.09.2015 Ingo Lenßen

Er ist hartnäckig und steht im wahrsten Sinne des Wortes seinen Mann! Er ist die letzte Bastion der schwulenfreien Zone des richtigen Männersportes! Er ist: Der Profifußball.

Da darf selbst ein Herr Becali kommen, seines Zeichens „Patron“ eines Bukarester Fußballvereins, und darf lautstark verkünden, er würde niemals einen homosexuellen Spieler einstellen. Und weil man ihm zuflüstert, er dürfe das so nicht sagen, wird dieser Herr Becali auch noch böse und versteht gar nicht, warum er deswegen einen Verweis bekommt. Eine Organisation für die Förderung und den Schutz der Rechte homosexueller Personen versteht das auch nicht und wendet sich an ein Berufungsgericht zwecks Überprüfung des Strafmaßes. Dieses wendet sich dann vorsichtshalber lieber einmal an den EuGH.

Sinn und Zweck des EuGHs

Und dieser beschäftigt sich auch tatsächlich damit und stellt artig fest, dass es nicht gut ist, wenn gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen wird. Außerdem seien Profifußballer ja "quasi normale Leute", bei denen „dieselben Grundsätze einer diskriminierungsfreien Einstellungspolitik Anwendung finden wie bei jedem anderen herkömmliche Arbeitnehmer““. Aha. Problem also "quasi" von juristischer Seite her auf höchster Ebene gelöst und abgehakt.

Vielleicht ist es dann doch einfacher für den „quasi normalen“ Profi, einfach noch eine Weile lang nicht schwul zu sein. Ist für den Moment einfach arbeitnehmerfreundlicher.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

EuGH, Urteil vom 25.04.2013, C-81/12

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