Dienstunfall: Beamter liest Brief und muss in psychiatrische Behandlung

Dienstag, 24.03.2015 BJ

Als ein Beamter aus Aachen Einsicht in seine eigene Personalakte nahm, fand er darin einen Brief vom Personalrat vor. Von dessen Inhalt war er derart schockiert, dass er sich umgehend auf unbestimmte Zeit krankschreiben ließ und in die Behandlung eines Psychiaters begab. Zusätzlich bestand er darauf, dass er durch das Lesen der „schockierenden Zeilen“ eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten hätte und klagte deswegen auf Anerkennung eines Dienstunfalls…

Mutige Richter lasen darauf das vermeintlich hochgefährliche Schreiben mehrfach durch, erlitten dabei aber - im Gegensatz zum Kläger- keine Störung. Denn in dem Schreiben äußerte der Personalrat lediglich seine allgemeine Einschätzung, dass „berufliche Quereinsteiger nicht gerade motivierend auf die anderen Beamten wirken würden, da diese als langjährige Mitarbeiter auf eine Beförderung warteten und sich so leicht übergangen fühlen könnten“. Für den Beamten, der seinen Job als Quereinsteiger erhalten hatte, waren diese klaren Worte anscheinend zu viel gewesen. Nicht aber für das Gericht, das darauf die Klage kurzerhand abwies.

Aktenberg

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