Man sieht einer Polizistin nicht immer an, was sie beruflich macht…

Donnerstag, 17.03.2016 PK

…erst recht nicht, wenn sie gerade Feierabend hat und keine Uniform trägt. Und einem Sexualstraftäter wurde genau dieser Umstand jetzt zum Verhängnis…

Zwei junge Polizistinnen verbrachten ihren Samstagabend in der Kölner Innenstadt. Kein ungefährliches Pflaster, wie wir seit der Silvesternacht wissen. Und tatsächlich: Die beiden Frauen bemerkten, während sie in einem Lokal saßen, dass sie von einem etwa 30-jährigen Mann beobachtet wurden. Er befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, machte obszöne Gesten und griff sich immer wieder in den Schritt.

Abwimmeln hat nicht geklappt

Als die beiden Polizei-Kolleginnen das Lokal am Ebertplatz später verlassen wollten, wartete der Mann schon vor der Eingangstür. Er war gerade damit beschäftigt, zwei andere Frauen zu bedrängen. Aber die beiden Freundinnen waren wohl die interessanteren Opfer: Als sie sich auf den Weg machten, nahm der Mann die Verfolgung auf. Und während er wie eine Klette an ihren Fersen hing, zog er weiter seine obszöne Show ab. Die mehrfache, klare Ansage, er solle verschwinden, beeindruckte den Typen offenbar nicht.

Ganz schnell mit der Nase im Dreck

Ganz im Gegenteil. Jetzt setzte er zum Angriff an. Von hinten trat er an eine der Frauen heran und griff ihr durch die geöffnete Jacke gezielt an die Brust. Das hätte er besser bleiben lassen. Aber welcher Täter, der ein Opfer sucht, ahnt schon, dass er es mit einem Gegner zu tun bekommt? Blitzschnell drehte sich die Polizistin um. Und ehe der Angreifer kapierte, mit welchem gekonnten Griff er plötzlich zu Boden gebracht worden war, fixierten ihn die beiden Polizistinnen und riefen über den Notruf ihre Kollegen zu Hilfe.

Ein nächstes Mal gibt’s hoffentlich nicht

Leicht verletzt, dafür schwer verdutzt musste der Täter mit zur Wache. Der Pakistani (Jahrgang 1983) wurde später in einem Schnellverfahren zu 80 Tagessätzen à 5 Euro (also 400 Euro) verurteilt. Die Anzeige lautete zwar ursprünglich auf „Beleidigung“, das Gericht jedoch sah lediglich „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ – wohl auch deshalb, weil der Mann zur Tatzeit 1,54 Promille Alkohol im Blut hatte. Immerhin: Jemandem, der mit 5 Euro netto pro Tag über die Runden kommen muss (genau das bedeutet ja der Tagessatz), werden 400 Euro Strafe ganz ordentlich weh tun. Deshalb besteht Hoffnung, dass er sich in Zukunft benimmt. Zumal er damit rechnen muss, dass er beim nächste Mal nicht mehr so glimpflich davon kommen wird...

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Beleidigung § 185 StGB

Erregung öffentlichen Ärgernisses § 183a StGB

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